Sonntag, 7. August 2016

Bowen, James: Bob der Streuner


Quelle: Amazon.de


Das Leben meint es nicht gut mit James Bowen: Der Obdachlosigkeit entkommen, schlägt er sich als Straßenmusiker durch. Als er eines Abends einen abgemagerten, streunenden Kater vor seiner Tür findet, scheint er sein tierisches Ebenbild zu treffen. Und mehr noch: Während er den Streuner aufpäppelt, entwickelt sich eine besondere Freundschaft. Der Kater Bob will nämlich keineswegs zurück in die Freiheit. So, wie James dem Kater Bob seine Lebenskraft zurückgibt, so füllt das samtpfötige Wesen James Leben wieder mit Sinn - und jeder Menge witziger Anekdoten. Mittlerweile sind James und Bob weltbekannt, ihre Geschichte hat bereits Millionen Leser gerührt. Nur selten wird die Beziehung zwischen Mensch und Katze so charmant beschrieben wie in "Bob der Streuner".
 
Bob der Streuner erzählt die Geschichte von James, der wahrlich kein Glück im Leben hatte. Durch die ständigen Umzüge während seiner Kindheit hatte er keine Chance, soziale Kontakte zu knüpfen. Er fühlte sich allein gelassen, begann Drogen zu nehmen, und verdingt sich nun seit einigen Jahren als Straßenmusiker. Er schafft es, sein Leben einigermaßen aufrecht zu erhalten, auch wenn es ihn nicht voll und ganz erfüllt. Bis Bob, ein Kater von der Straße, in James' Leben tritt und dessen Leben komplett umkrempelt.

Müsste ich das Buch mit einem Wort beschreiben, dann wäre es dieses: süß.
Jede Szene mit Bob ist absolut goldig, und wer selber Katzen hat, kann vieles nachvollziehen, vor allem was die Eigenwilligkeiten des roten Tigers angeht. Bob hatte ebenso wie James kein berauschendes Leben, bevor sich die beiden kennengelernt haben. Oft bemerkt James, dass Bob ein Straßenkater war und die Gewohnheiten eines Streuners nur schwer ablegen kann. Sie werden gemeinsam zu einem Duo, das unschlagbar zu sein scheint, wären da nicht ein paar, die ihnen das Glück nicht gönnen wollen.

Neben der süßen Katzengeschichte beherrscht vor allem ein Thema den Roman: die Arbeit auf der Straße. Erst verdingt sich James als Straßenmusiker, doch wird er bald gezwungen, sich eine andere Beschäftigung zu suchen. Er beginnt, Zeitschriften zu verkaufen, doch auch dieser Job ist nicht der leichteste, denn ständig gibt es Neider, die ihm seine Beliebtheit, die er wiederum Bob zu verdanken hat, nicht gönnen. James' Vergangenheit und auch sein Werdegang sind manchmal harter Tobak, sodass es sich eben nicht nur um ein süßes Katzenbuch handelt, sondern auch um die Geschichte eines Mannes, der durch seinen neuen Freund Bob einen Aufschwung erhält und endlich beschließt, sich nicht mit dem zufrieden zu geben, was er momentan hat.
Mich persönlich hat dieser Teil der Geschichte sehr bewegt, und seitdem bleibe ich öfter bei Leuten stehen, die nach Geld fragen. Denn durch James erfährt man die Hintergründe für sein armes Leben und was ihn dazu gebracht hat. Oft haben sich Leute selber in diese Misere hinein geritten, häufig war ihnen das Schicksal aber auch einfach nicht wohl gesinnt, sodass ihnen (fast) nichts anderes übrig bleibt, als um Geld zu bitten.

Der Schreibstil des Buches ist recht einfach und hin und wieder ein kleines bisschen redundant. Das stört aber kaum, da es zur Erzählsituation passt. James ist kein Gelehrter, also wieso sollte seine Sprache hochgradig akademisch sein?
 
Insgesamt lässt sich sagen, dass Bob der Streuner mich nicht nur gut unterhalten, sondern mir gleichzeitig die Schattenseiten des Lebens gezeigt hat. Man erlebt eben nicht nur den süßen Bob, sondern auch sein Herrchen James, das sich durch das Leben durchschlägt und durch den flauschigen Vierbeiner tatkräftige Unterstützung erhält.
 
Oh mein Gott! Gerade habe ich durch Zufall gesehen, dass Bob der Streuner verfilmt wird und nächstes Jahr ins Kino kommt :) Hier also direkt der zuckersüße Trailer:

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