Dienstag, 5. Januar 2016

Bernadette Olderdissen: Bis der Tod dich findet (Globetrotter 2)


Quelle: Bernadette-olderdissen.com
 
Elna Närhi verbirgt ein schreckliches Geheimnis. Doch jemand ist ihr auf der Spur.
Eine Einladung zur Krimilesung an einer deutschen Kulturstiftung in Turku - da packt Autorin und Reisejournalistin Kira Tolle schnell ihren Koffer. Dann die böse Überraschung: Im Haus von Gastgeberin Elna starb vor wenigen Monaten eine Frau. Selbstmord, behauptet die Polizei, nur Elna glaubt nicht daran. Bevor sie Kira um Rat bitten kann, steht der Tod zum zweiten Mal auf der Matte. Elnas Umfeld erweist sich als so düster und kalt wie der finnische Winter, und mehr als eine Person fühlt sich durch Kiras Nachforschungen in die Enge getrieben.

Journalistin und Krimiautorin Kira hat ihre Erfahrungen in Toulouse in einem Krimi verarbeitet, welcher überaus erfolgreich ist. Deswegen freut es sie ganz besonders, dass sie von ihrer Freundin Elna nach Turku in Finnland eingeladen wird, um bei der deutschen Kulturstiftung aus ihrem Roman zu lesen. Doch Kira muss schnell feststellen, dass dies nicht der einzige Grund für die Einladung ist. Nach einigen Drohungen fürchtet Elna um ihr Leben. Sie erwartet, dass einer ihrer Arbeitskollegen sie umbringen möchte. Das Problem nur: Fast alle hätten ein Motiv ...
 
Der zweite Globetrotter Krimi von Bernadette Olderdissen führt uns in das eisige Finnland. Wie schon im Band zuvor erhält man einen relativ guten Einblick in die Lebensweise der Finnen. Sie sind von Grund auf verschlossen und geben nicht gerne etwas von sich preis. Anscheinend ist es für sie üblich, gerne mal einen über den Durst zu trinken und danach jemanden im Affekt umzubringen. Deswegen ist der gut durchdachte Mord, der im Laufe der Geschichte passiert, eine große Überraschung, die die Polizei maßlos überfordert. Denn normalerweise hockt der Schuldige sturzbetrunken neben der Leiche und bereut seine Tat.
 
Elna hat sich bei ihren Kollegen nicht besonders beliebt gemacht. Viele vermuten, dass sie ihre Geliebte Maria getötet hat. Sie dagegen ist überzeugt, dass es jemand anders war, auch wenn die Beweise dafür sprechen, dass es ein Selbstmord gewesen ist. Dass die meisten Mitarbeiter der Stiftung in irgendeiner Form Dreck am Stecken und ein Motiv haben, war für mich gleichzeitig auch eine Schwäche des Romans. Die offensichtlichen Verdächtigen konnte man relativ schnell ausmerzen, weil es zu einfach gewesen wäre, wenn sie die Täter gewesen wären. Deswegen blieb nur noch die unscheinbarste Person übrig, welche lange übergangen wurde. Und tada, schon hatte man den Mörder. War ich bei Mord en rose noch sehr überrascht von der Auflösung, so war ich mir dieses Mal relativ schnell sicher, wer der Täter war, was bei mir ein bisschen an Spannung eingebüßt hat.
 
Im Laufe der Handlung treffen wir einen alten Bekannten aus dem ersten Roman wieder: Yoan. Er ist der Bruder des verstorbenen Henri und hat nach der Aufklärung des Falls immer noch Kontakt mit Kira. Beiden ist eigentlich klar, dass sie nicht nur Freundschaft miteinander verbindet und sie mehr voneinander wollen, doch haben beide Schwierigkeiten, ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen.
Yoan wiederzusehen, hat mir an sich gut gefallen, da so eine Verbindung zum ersten Teil bestehen bleibt, gleichzeitig war ich von diesem Handlungsstrang aber auch enttäuscht, da zwischen den beiden gar nicht so viel passiert bzw. ihre Handlung nicht allzu sehr vorangetrieben wird. Ich hätte mir da ein paar Entwicklungen mehr gewünscht, glaube aber gleichzeitig, dass ihre Beziehung in den zukünftigen Romanen immer wieder thematisiert und weiterentwickelt wird, sodass wahrscheinlich nicht alles in diesem Teil verbraten werden sollte. 
 
Insgesamt, trotz einiger Meckereien, hat mir der zweite Teil der Globetrotter-Reihe sehr gut gefallen. Ich fand den Fall und die Figurenkonstellation interessanter als in Mord en rose, auch wenn ich zu Beginn einige Probleme mit der Unterscheidung der verschiedenen Charaktere hatte :D
 
Das Konzept, Kira in jedem Roman in ein anderes Land zu versetzen, finde ich immer noch sehr innovativ und gelungen, da ein großer Fokus auf die Eigenarten der verschiedenen Völker gesetzt wird, sodass das Land und die Kultur fast selber zu Figuren des Romans werden.

Die Globetrotter-Krimis:
Mord en rose
Bis der Tod dich findet

 

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