Sonntag, 29. November 2015

Markus Tillmanns: Basaltblitz - Geburt eines Helden

Quelle: Amazon.de
 
 
Der schüchterne Nick verwandelt sich, nachdem er versehentlich einen Kometen gegessen hat, in einen Superhelden. Nick ist begeistert! Doch schon bald muss er feststellen: Wo ein Superheld ist, da sind die Superschurken nicht weit. Und dann ist da noch dieser merkwürdige Durst nach Blut, der nach jeder Heldentat größer wird …

 
Nick ist ein Außenseiter an seiner Schule. Er ist nicht gerade cool und wird von anderen gehänselt. Alles ändert sich, als ein Komet in seiner Nachbarschaft einschlägt und er versehentlich ein Stück davon verspeist. Nick erlangt ungeahnte Kräfte, doch was wäre ein Superheld ohne einen Bösewicht, der ihm das Leben schwer machen will? Schon bald merkt Nick, dass super sein nicht immer so super ist.
 
Superhelden boomen. Jedes Jahr gibt es mehrere Filme, die Comics werden nach wie vor konsumiert, und hier haben wir jetzt einen Roman über einen Superhelden. Bei solch einer Masse ist es natürlich immer schwierig, irgendwie noch etwas Neues zu schaffen und originell zu sein.
Und genau das gelingt Basaltblitz ziemlich gut.
 
Nick befindet sich mitten in der Pubertät. Am liebsten liest er Superheldencomics und verschlingt einen nach dem anderen. Er ist absoluter Durchschnitt, doch das ändert sich, als er Bruce (Be) kennenlernt, der neu an der Schule und ein ebenso großer Superheldenfan ist wie Nick selbst. Sobald Nick aus Versehen den Kometen vernascht und daraufhin ungeahnte Kräfte entwickelt, verhält er sich, wie es wohl jeder von uns zunächst tun würde: Er probiert aus. Wie weit reichen seine Kräfte? Was kann er alles? Das macht ihn zu einem unglaublich sympathischen Jungen, weil er einfach so normal und real erscheint. Er wird nicht zum typischen Helden, sobald er das Kostüm anzieht (bzw. sobald sich ihm das Kostüm regelrecht aufdrängt), sondern bleibt neugierig und verspielt.
 
Wie vielleicht schon anhand der Inhaltsangabe deutlich geworden ist, nimmt der Roman sich nicht immer allzu ernst. Neben einem Action- und Superheldenbuch handelt es sich auch immer noch um ein Jugendbuch, und dementsprechend leicht ist die Geschichte. Es gab einige Stellen, an denen ich mir das Lachen verkneifen musste, ein Grinsen lag mir aber fast durchgängig auf den Lippen. Der Humor ist zwar nicht immer der am besten durchdachte, sondern oftmals ein bisschen 'flach', das passt aber genau richtig in das Setting und zum Jugendlichen Nick und macht den Roman zu einem großen Vergnügen. Hinzu kommen die zahlreichen Anspielungen zu bekannten Superhelden, wobei ich wahrscheinlich einige davon überlesen habe, schließlich beschränkt sich mein Wissen diesbezüglich auf einige Filme und das, was man so weiß. Nichtsdestotrotz fand ich es sehr amüsant, wenn Begriffe wie "S.H.I.E.L.D." gefallen sind.
 
Es gab zwei Dinge gegen Ende, die mir nicht so gut gefallen haben.
Zum einen fand ich den Roman etwas zu kurz. Ja, es war ein Kurzroman, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, als würde die Handlung jetzt gegen Ende eigentlich erst richtig losgehen. Es war ein bisschen so, als würde Harry Potter in Hogwarts ankommen und dann würde der erste Band enden. Ein bisschen unbefriedigend. Natürlich weiß ich, dass es mehrere Romane über Basaltblitz gibt und dass ein Ende immer ein bisschen Hunger auf mehr machen soll, trotzdem hat mir etwas gefehlt. Ein größerer Ausblick vielleicht oder eine weitere Tat des neuen Superhelden. So war es aber ein wenig abrupt.
Das zweite wäre ein Spoiler, würde es nicht schon Andeutungen davon im Klappentext geben. Nicks Superkraft wird vom Blut anderer gespeist, was stark an Vampire erinnert, wovon wir, seien wir mal ehrlich, in den vergangenen Jahren mehr als zugeschüttet worden sind. Mir ist nicht ganz klar, inwiefern ein Komet, der Superkräfte verleiht, und Blut, das regelmäßig getrunken werden muss, zusammenhängen, aber vielleicht wird das noch in den Folgeromanen geklärt. Ich fand es jedenfalls ein wenig unpassend.
 
Zusammenfassend lässt sich sagen: Der erste Teil von Basaltblitz macht unglaublich viel Spaß. Locker und leicht erzählt mit einer ordentlichen Prise Humor kommt der Leser voll und ganz auf seine Kosten. Ich hätte mir gegen Ende ein bisschen mehr Aufklärung gewünscht bzw. einen kleinen Ausblick darauf, was als nächstes passieren mag, denn der erste Teil endet ziemlich abrupt, was einerseits Lust auf mehr macht, andererseits aber auch etwas deprimierend ist.
 
Basaltblitz - die Reihe
Geburt eines Helden
Monsterjagd
Blutmond


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