Freitag, 3. April 2015

K. Bromberg: Driven. Begehrt (Driven 2)

Quelle: heyne.de


Stell dir vor, plötzlich musst du mit aller Kraft um jemanden kämpfen ...
Colton stiehlt Rylees Herz, erweckt in ihr längst abgestorbene Gefühle wieder zum Leben und entfacht eine Leidenschaft, von der sie nicht einmal zu träumen gewagt hätte.
In einer unerwarteten, schicksalhaften Nacht ändert sich alles: Keiner von beiden hat es gewollt, doch jetzt kämpfen sie mit aller Kraft darum, dass es für immer ist.


Coltons Frauenverschleiß hat geendet, als er Rylee kennengelernt hat. Doch sein Lebenswandel und seine Gefühle für sie wecken Kindheitserinnerungen in ihm, die er für begraben gehalten hat. Wie für Colton typisch, blockt er erst einmal ab, aber Rylee wäre nicht Rylee, wenn sie nicht mit allem, was sie hat, um ihn kämpfen würde. Kann Colton seine inneren Dämonen besiegen und sich Rylee öffnen?

Begehrt ist der zweite Teil der Driven-Reihe von K. Bromberg. Das habe ich leider erst gemerkt, als ich das Buch schon angefangen hatte. Zwischenzeitlich habe ich mir überlegt, ob ich das Buch erstmal pausieren und den ersten Teil nachbestellen sollte, habe mich dann aber dagegen entschieden, weil mich der zweite Teil schon voll mitgerissen hatte und man auch so genug verstanden hat, um das erste Buch mehr oder weniger rekonstruieren zu können.

Schon beim Prolog habe ich mich in den Schreibstil der Autorin verliebt. Der wird nämlich aus der Sicht von Colton erzählt, der nicht so ganz damit klar kommt, dass er für Rylee mehr empfindet als pure Lust. Als er dann einen Albtraum hat, der seine Vergangenheit zum Vorschein bringt, vermischen sich Traum und Realität. Colton weiß nicht mehr zu bestimmen, wer da gerade im Bett neben ihm liegt, und rastet aus. Obwohl ich, wie gesagt, die Figuren nicht schon aus dem ersten Teil kannte, hatte ich schon nach dem Prolog eine ziemlich genaue Einschätzung von Colton. Ich brauchte keine Charakterisierung, seine Taten und Gedanken waren ausreichend, um ihn ein Stück weit zu verstehen.

Colton ist ein sehr zwiespältiger Charakter. Seine Vergangenheit erlaubt es ihm nicht, tiefere Gefühle zu entwickeln oder auszusprechen. Bis jetzt hat es auch noch keine Probleme gegeben, da es immer genug willige Frauen gab, die sich an den stinkreichen, gutaussehenden und charismatischen Rennfahrer Colton herangeschmissen haben.
Rylee ist da anders. Sie weigert sich, nur ein weiteres Betthäschen von Colton zu sein und kämpft darum, dass ihre Beziehung mehr als das ist. Auch wenn sie größtenteils ein sehr lebensfroher Mensch ist, trägt auch sie Ballast mit sich herum, und Colton ist der erste Mann, dem sie sich nach langer Zeit wieder öffnet.
Beide sind also leicht angeschlagene Menschen, die sich gegenseitig immer wieder an die Hand nehmen und hochziehen.

Neben den beiden Protagonisten gibt es auch noch zahlreiche Nebenfiguren, die dem Roman trotz ihrer kurzen Auftritte Leben verleihen. Am besten hat mir da Rylees beste Freundin und Mitbewohnerin Haddie gefallen. Sie hat lockere Sprüche auf Lager und hat immer ein offenes Ohr für Rylee. Ich hoffe, dass sie auch noch im dritten Band eine große Rolle spielt.
Auch Coltons bester Freund Becks bringt viel Leben in die Bude. Er weiß mehr über Colton als die meisten anderen und schreckt nicht davor zurück, ihn auch mal in seine Schranken zu weisen.
Coltons Exgeliebte sind vielleicht ein kleines bisschen überzogen dargestellt - sie alle wünschen sich nichts mehr, als wieder in seinen Armen zu liegen, und hassen und entmutigen Rylee, wo sie nur können. Man könnte meinen, dass Colton hin und wieder mal eine Frau im Bett hatte, die etwas netter war, aber so soll es mir auch recht sein, denn genauso wird der Kontrast zwischen Rylee und den anderen Frauen deutlich.

Colton und Rylee schicken sich des Öfteren Liedtitel hin und her und können grundsätzlich jedes Lied, was gerade im Radio läuft, mit ihrer Situation assoziieren. Das fand ich mal ganz lustig, irgendwann wurde es etwas nervig und auch etwas zu konstruiert.

Das Buch hat ein paar Längen und hätte meiner Meinung nach gut und gerne 70 Seiten kürzer sein können. Teile der Mitte und des Endes sind etwas lang geraten, ein bisschen weniger hätte da sicherlich nicht geschadet. Vor allem wird der Streit, den die beiden zwischendurch haben, ziemlich in die Länge gezogen. Aber insgesamt habe ich mich durchgängig von den beiden unterhalten gefühlt, und auch die Erotik ist nicht zu kurz gekommen.

Das sind aber auch meine einzigen Kritikpunkte, denn insgesamt war ich schwer begeistert. Von allen Büchern, die ich bisher im Young Adult Bereich gelesen habe, gefällt mir Driven. Begehrt bisher am besten. Ich hoffe, dass Teil 3 da mithalten können wird!

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