Mittwoch, 4. Februar 2015

Sophokles: König Ödipus

"Die leidvollste Gestalt der griechischen Bühne, der unglückselige Ödipus, ist von Sophokles als der edle Mensch verstanden worden, der zum Irrtum und zum Elend trotz seiner Weisheit bestimmt ist, der aber am Ende durch sein ungeheures Leiden eine magische segensreiche Kraft um sich ausübt, die noch über sein Verscheiden hinaus wirksam ist." Friedrich Nietzsche

Der Stadt Theben droht der Zerfall. Grund dafür ist der Tod des vormaligen Herrschers Laios. Kreon, Laios' Bruder, befragt das Orakel, welches ihm prophezeit, dass Theben erst wieder erblühen kann, wenn der Mörder von Laios gefasst wird. Kreon und Ödipus machen sich auf die Suche nach dem Mörder, nur um festzustellen, dass sie gar nicht lange suchen müssen.



Ich denke mal, die Sage um Ödipus, welcher unwissend seine eigene Mutter geheiratet und seinen Vater umgebracht hat, ist allgemeinhin bekannt, egal ob aus dem Pädaunterricht, Latein oder weil es Allgemeinbildung ist.

Der Ödipus-Stoff hat viele Bearbeitungen erfahren, diese von Sophokles gehört aber zu den bekanntesten.

König Ödipus ist der Herrscher von Theben. Das Wohl der Stadt liegt ihm sehr am Herzen, sodass er alles daran setzt, den Mörder von Laios zu finden. Als er seiner eigenen Geschichte auf die Spur kommt, wird sein gesamtes Weltbild erschüttert. Er weiß, dass er auf ewig verdammt ist, auch wenn er in Unwissenheit diese Schandtaten begangen hat.


Und gibt's ein Übel, das alles Übel übertrifft:
das hat sich Ödipus erlöst.
(V. 1365f.)


Die Spannung baut sich im Stück stetig auf. Als Leser (vor allem mit dem heutigen Vorwissen), kann man sich relativ früh denken, wer Laios' Mörder ist, doch zu sehen, wie Ödipus dem Geheimnis nach und nach auf die Schliche kommt und somit sein eigenes Schicksal erkennt, ist unglaublich spannend.
Als er seine Misere endlich im vollen Maße begreift, ist er eine tragische Figur par excellence. Er selber fühlt sich unschuldig, denn er hat nicht unwissentlich Inzest begangen und seinen eigenen Vater getötet. Trotzdem muss er sich bestrafen, denn mit der Schande kann er nicht einfach so weiterleben wie zuvor.

Eben weil wir Ödipus als einen gerechten Herrscher kennenlernen, der eigentlich eine gute und rechtschaffene Figur ist, ist sein Fall umso ergreifender. Man wird unweigerlich von seinem Elend mitgerissen - denn was hätte Ödipus in seiner Unwissenheit anders machen können? Die Antwort: Nichts.
Das Schicksal eines Mannes, der sich mit seinen Schandtaten auf ganz andere Weise kennenlernen muss.
Ödipus - ein Stoff, der nie an Aktualität und Spannung verlieren wird.

Kommentare:

  1. Wir haben das in der Schule behandelt und ich hab einen ewig langen Vortrag darüber gehalten :D Ich liebe Mythologie.

    Lg Johanna von Mein Bücherimperium

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    1. Deswegen habe ich auch immer den Lateinunterricht geliebt. Die Antike hält so viele spannende Geschichten bereit.

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