Dienstag, 23. Dezember 2014

[Film] Der Hobbit. Die Schlacht der fünf Heere (2014)


Bilbo ist mit den Zwergen endlich am einsamen Berg angekommen. Dort sucht Thorin nach dem Arkenstein, ein Erbe seines Volkes. Er wird so gierig nach dem Schatz, dass er alles andere vergisst - sein Volk und seine Freunde. Währenddessen braut sich vor dem Berg einiges zusammen. Die Menschen, angeführt von Bart, fliehen dorthin, nachdem Drache Smaug die Seestadt zerstört hat. Auch die Elfen gieren nach dem Schatz, allen voran Elfenkönig Thandruil. Können die beiden Völker ihre alten Fehden beiseite lassen, um dem gemeinsamen Feind entgegenzutreten? Denn auch die bösen Mächte haben ihr Auge auf den einsamen Berg geworfen.



Eine unerwartete Reise fand ich super - allerdings kannte ich zu dem Zeitpunkt das Buch noch nicht. Rückblickend kann ich sagen, dass sich der Film zwar stark von der Vorlage entfernt, dafür aber einfach spaßig zum Zuschauen ist. Schon damals habe ich gezweifelt, ob die Zwerge bis zum Ende hin authentisch sein können, weil sie vor allem im ersten, aber auch im zweiten Film so superheroisch und episch dargestellt werden, was nicht mit dem Ende des Buches übereinstimmt. Dazu aber später mehr.
Smaugs Einöde fand ich ziemlich schrecklich, was hauptsächlich an der aufgesetzten Liebesgeschichte zwischen einer Elbin und einem Zwerg lag. Dass die beiden unterschiedlichen Völkern angehören, welche sich grundsätzlich nicht leiden können, wird niemals problematisiert. Für mich erfüllt diese Liebesgeschichte nur eine eher sinnlose Dramatik. Sowohl das Buch als auch die Filme enthalten genug anderen Stoff, um dramatisch und spannend zu wirken. Davon abgesehen fand ich den Film etwas lang gezogen (vor allem den Kampf mit Smaug am Ende).

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mir den dritten Film nicht mehr im Kino anzuschauen. Aber letztendlich hat doch die Neugier gesiegt. Außerdem sind Peter Jacksons Filme super dafür geeignet, sie sich auf der großen Leinwand anzusehen.
Meine Erwartungen waren relativ niedrig, und vielleicht liegt es ein bisschen daran, dass mir der dritte Film um einiges besser gefallen hat als der zweite.

Ich habe nicht mehr den hohen Anspruch gestellt, dass der Film nahe am Buch liegen muss, denn das ist bei drei Hobbitfilmen reine Utopie.

Besonders neugierig war ich auf Thorins Wandel vom epischen Helden hin zum typischen Zwerg, der nach Gold giert. Seine Besessenheit fand ich glaubwürdig. Er hat sich von all seinen Freunden abgeschottet und gleichzeitig niemandem außer Bilbo (ironischerweise) vertraut. Er lässt die anderen Zwerge im Stich, weil ihm die Suche nach dem Arkenstein wichtiger als alles andere ist. Seinen Wandel zurück fand ich daegegen etwas random. Er hat ein bisschen über das nachgedacht, was um ihn herum passiert, und schwupps, war er wieder der epische Held wie zuvor. Das ging mir dann doch etwas zu leicht und unproblematisch. Seine Zwergenkollegen haben ihn ja auch (fast) wortlos wieder in ihren Reihen aufgenommen.

Ich war sehr froh, dass die Liebesgeschichte zwischen Kili und Tauriel keine soooooo große Rolle einnimmt. Ich habe mich damit abgefunden, dass ich die Beziehung zwischen den beiden ertragen muss, und dann war's auch gar nicht mehr so schlimm.

Ich weiß, dass der Film die große Schlacht schon im Namen trägt, trotzdem fand ich diese etwas langgestreckt. Es gab natürlich ziemlich coole Kampfszenen und -choreographien, irgendwann wurde es aber etwas zu viel. So eine Viertelstunde weniger hätte die Schlacht nach meinem Geschmack schon sein können.

Der Film zieht einen schönen Bogen zu den Herr der Ringe Filmen, sodass das gesamte Ende eine Runde Sache ist, inklusive dem wirklich gelungenen und anrührenden Abspann!

Insgesamt kann ich also von allen drei Hobbitfilmen sagen, dass sie tolles Popcornkino sind, welche uns wieder zurück nach Mittelerde versetzen und dabei etwas verspielter als die eher düsteren Herr der Ringe Filme sind. Aus einem Buch drei Filme zu machen, hat dazu geführt, dass einige Elemente dazu gedichtet wurden, die mal mehr, mal weniger Sinn ergeben haben. Dazu gab es auch einige Szenen, die ein bisschen zu lang waren, sodass sich einzelne Passagen etwas gezogen haben.
Insgesamt aber eine gelungene Filmreihe, wenn man nicht den Anspruch stellt, dass Buch und Film sich allzu viel ähneln!

Kommentare:

  1. Also ich fand den letzten Teil leider nicht so gelungen. Der Kampf mit Smaug war ja schon in den ersten 10 Minuten abgehandelt, das fand ich etwas lieblos und es hat wirklich so den Eindruck erweckt von "Wir müssen schnell den Drachen tot bekommen, damit wir zur großen Schlacht übergehen können!". Dabei ist Smaug (im Gegensatz zu Schlacht, die ja nur auf 5 Seiten oder so erwähnt wird!) ja ein Hauptelement des Buches.
    Die Schlacht an sich fand ich ziemlich unglaubwürdig umgesetzt, das war schade. Natürlich ist es ein Fantasy-Film, aber trotzdem kann man das handwerklich glaubhaft machen. Wie kamen die Orks plötzlich und unbemerkt oben auf den Berg, um dort ihren Fahnenmast aufzubauen? Warum kann Bilbo einen Ork durch einen Steinwurf töten und wird selbst nur ohnmächtig, wenn ein riesiger Ork ihm mit voller Wucht den Schaft seines Speeres gegen den Kopf schlägt? Wieso fallen die Orks sofort tot um, wenn Dain sie nur leicht mit der Stirn berührt? Wenn Legolas in bester Jum&Run-Manier über fallende Felsblöcke hüpft, dann ist das ja noch ganz lustig, aber irgendwo ziehe ich dann doch die Grenze, ab der es dann nur noch unglaubwürdig und lächerlich wirkt. Das hätten sie wirklich besser umsetzen können.

    Und wie du ja auch schreibst, es war einfach alles viel zu lang. Sie hätten einen langen oder bestenfalls zwei Filme daraus machen sollen, aber drei war einfach zu viel.

    Naja, aber es war trotzdem schön, den Hobbit mal im Kino zu sehen :)
    Ich könnte aber wetten, dass das nicht das Letzte war, was wir aus Mittelerde gesehen haben ;)

    Liebe Grüße,
    Patrick

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  2. Dass Smaug so schnell wieder weg vom Fenster war, fand ich auch schade - da hätte er auch am Ende des zweiten Teils den Löffel abgeben können.

    Dains Kopfnusstechnik fand ich einfach viel zu lustig :D Natürlich gab es einige Dinge, die ziemlich unrealistisch waren, wie du schon genannt hast. Mir hat das Ansehen trotzdem Spaß gemacht, auch wenn Bilbos Würfe tödlich sind :P

    Auch wenn ich sowohl Herr der Ringe, als auch den Hobbit sehr gerne angesehen habe, hoffe ich doch, dass irgendwann Schluss ist mit Mittelerde. Irgendwann verliert das ganze seinen Reiz und ist vielleicht auch nicht mehr in Tolkiens Sinne, denn soweit ich verstanden habe, enthält das Simarillion gar keine wirkliche Handlung. Da dann irgendwas zusammenzuschustern, muss nicht sein.

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    1. Na ich bin ziemlich sicher, dass da noch was kommen wird - eine richtige Story brauchen die ja nicht, wie man an der Episode mit dem Hexenmeister von Angmar oder mit Tauriel und Legolas gesehen gesehen hat - das dichten die sich schon selbst zusammen ;)
      Wenn es nicht Peter Jackson macht, dann sicher jemand anderes, dafür lässt sich damit einfach zu viel Geld machen. In Tolkiens Sinne waren vermutlich nicht mal die ersten HdR-Filme. Waren zwar schöne Filme, aber Tolkien würde sich vermutlich im Grab umdrehen dabei. Seine Nachkommen boykottieren ja auch die Hobbit-Filme, wenn ich mich recht erinnere.

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