Mittwoch, 24. September 2014

Stieg Larsson: Vergebung (Millennium 3)

 Quelle: randomhouse.com

Wer suchet, der tötet.
Die Ermittlerin Lisbeth Salander steht unter Mordverdacht. Ihr Partner Mikael Blomkvist schwört, ihre Unschuld zu beweisen. Er weiß, dass es um Salanders Leben geht. Als seine Ermittlungen die schwedische Regierung in ihren Grundfesten uzu erschüttern drohen, setzt er alles auf eine Karte.



Nachdem Lisbeth Salander ihren Vater und übergelaufenen Spion Zalatschenko fast getötet hat, wird sie wegen mehrerer schwerer Verbrechen angeklagt. Zalatschenko liegt im Krankenhaus und Lisbeth ebenfalls schwerverletzt nur zwei Zimmer daneben. Die Wahrscheinlichkeit, das Gerichtsverfahren einigermaßen schmerzlos über sich zu bringen, ist gering, doch zum Glück hat Lisbeth Leute in ihrem Umkreis, auf die sie zählen kann. Mikael Blomkvist steht an vorderster Front der Leute, die Lisbeth helfen wollen. Bei den Ermittlungen macht Blomkvist Entdeckungen, die gefährlich für den gesamten schwedischen Staat sein könnten. Und plötzlich ist auch sein Leben in Gefahr ...

Nachdem der Vorgänger Verdammnis mit einem sehr ungerechten Cliffhanger aufgehört hat, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung. Diese knüpft direkt am zweiten Band an und erzählt, wie die Polizei in Gosseberga ankommt und dort Lisbeth vorfindet. Nachdem sie ins Krankenhaus eingeliefert wurde, geht es etwas ruhiger zu. Die Erzählung fokussiert sich im folgendenden mehr auf Blomkvist und sein Ermittlungsteam.

Nach dem sehr rasanten Eintstieg am Anfang wurde die Handlung erst mal wieder stark gebremst. Und das ca. 300 Seiten lang. An sich ist zwar einiges passiert - die Ermittler haben vielen Leute befragt und so einiges herausgefunden -, vor allem um Lisbeth bleibt es aber erst einmal still.

Für mich ist und bleibt Lisbeth Salander bei Weitem die interessanteste Figur in der Romantrilogie. Mit ihr steigt die Spannung, ohne sie hat man das Gefühl, dass etwas fehlt. Im ersten Drittel ist sie noch sehr inaktiv, was ihrem Aufenthalt im Krankenhaus geschuldet ist. Sobald sie dort aber loslegt, auf eigene Faust und mit ihren ganz speziellen Fähigkeiten zu ermitteln, wird es richtig spannend. Es passiert zwar auch viel im Handlungsstrang von Mikael und co., dieser kann mich aber nicht so sehr mitreißen wie Lisbeth. Sie ist wirklich das Herz der Millennium-Trilogie.

Die ersten 300 Seiten waren etwas zäh, dafür wurde es in der Mitte wieder spannend, als endlich mal ein paar Fragen geklärt wurden, anstatt immer neue aufzuwerfen und immer so kryptisch zu sein. Das Ende mit Lisbeths Gerichtsverhandlung war das Highlight des Buches, wenn nicht sogar der gesamten Reihe! Es war schön, ein paar Machthaber dabei zu beobachten, wenn sie einen Tritt in ihren Hintern  bekommen.

Ich frage mich jetzt am Ende, wozu Erikas ausführlicher Handlungsstrang nötig war. Nachdem sie bei SMP angefangen hat, wird sie schon bald belästigt, wobei der "Giftstift" immer dreister vorgeht und Erika bald richtig Angst hat. Der Fall wird recht schnell gelöst, und ich frage mich jetzt, welchen Sinn er hatte? Klar, so konnte Erikas Zeit bei der neuen Zeitung geschildert werden und sie wurde zur Verbindungsfigur, aber irgendwie erscheint es mir letztendlich doch ein bisschen sinnlos.
Oder soll dieser Strang noch Auswirkungen auf den 4. Teil haben, der eventuell trotz des Todes von Stieg Larsson geschrieben werden soll? (Klick mich)

Der Schreibstil ist gewohnt detailliert und schonungslos. Zum ersten Mal empfand ich die seitenlangen Ausführungen über die Sicherheitspolizei in diesem Fall etwas zu langatmig. Insgesamt hätten 50 Seiten weniger wohl nicht unbedingt geschadet. Trotzdem schafft es Larsson insgesamt, penible Genauigkeit bei der Recherche mit spannenden Actionsequenzen zu koppeln, sodass eine sehr gesunde Mischung entsteht.

Schön ist, dass die Haupthandlungsstränge alle zu einem guten Abschluss geführt haben und es kein so offenes Ende wie nach Teil 2 gibt. So lassen sich die drei Bücher durchaus als Trilogie bezeichnen, weil die späteren Teile auch immer wieder schön zurück blicken.

Alles in allem kann ich also sagen, dass die Millennium-Trilogie ein absolutes Muss für alle Krimi- und Thrillerfans ist, die nicht davor scheuen, mal ein paar Seiten mehr zu lesen. Ich bin kein großer Thrillerfan, aber mich hat vor allem Lisbeths Psyche so in den Bann gerissen, dass die Reihe echt lohnenswert ist!

Die Millennium-Trilogie
Verblendung
Verdammnis
Vergebung


Kommentare:

  1. Hallo!
    Ich habe seit ein paar Jahren den ersten Band Verblendung in einem Regal stehen und noch nie gelesen. Nachdem ich allerdings deine Rezension gelesen habe, bekomme ich doch Lust, das Buch endlich aus seinem Sub-Dasein zu befreien. Danke dir :)
    Liebe Grüße Ninespo

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    1. Mach das auf jeden Fall! Ich bin kein großer Thrillerleser, aber diese Reihe hat es mir echt angetan.

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