Freitag, 22. August 2014

Anna Fricke: Versprich mir einen Kuss



Zwei Menschen, verbunden durch eine grausame Fügung. 
Julias Glück zerbricht, als sie ihren Mann verliert. Ihr Leben scheint sinnlos geworden zu sein, bis sie auf Stephan trifft. Eine heilende Verbindung entsteht, doch dann schlägt das Schicksal erneut zu. 
Julias Entscheidung, ihrem Mann zu folgen, kann und will Stephan nicht akzeptieren. In einer Zeit voller Schmerz, Angst und Trauer beginnt eine zarte Liebe zu erblühen. Werden die Gefühle stark genug sein, der verzweifelten Julia neue Hoffnung zu schenken? 




Julias und Stephans Partner sind beide beim selben Autounfall ums Leben gekommen. Beide versuchen, mit diesem Verlust klar zu kommen. Doch erst, als die beiden sich zusammenschließen, um die Trauer bewältigen zu können, können sie wieder Hoffnung auf ein Danach schöpfen. Aber dann kommt der nächste Schicksalsschlag, der alles verändert. Oder nicht?


Die Geschichte um Julia und Stephan ist anrührend erzählt. Gleichzeitig ist sie voller Witz und Hoffnung und macht Lust auf mehr. Man kann lachen, man kann eine Träne verdrücken, wenn man will, oder sich einfach von der Handlung mitreißen lassen.
Die beiden Protagonisten stehen sich die meiste Zeit selber im Weg. Wegen ihrer Verluste sind sie eigentlich der Überzeugung, niemand Neues kennenzulernen. Stephen hält sich für zu alt, um eine neue Familie zu gründen, Julia hält sich selber für unausstehlich. Außerdem hängen sie ihren verstorbenen Partnern nach und tun sich damit schwer, dieses Kapitel abzuschließen und wieder Glück zuzulassen. Sie fühlen sich zueinander hingezogen, können den jeweils anderen aber schlecht einschätzen, sodass sie unsicher von einem Fuß auf den anderen treten.

Der Roman enthält ein gesundes Maß an Romantik, welches gegen Ende kurz droht, in Kitsch überzugehen, aber glücklicherweise doch noch die Kurve kriegt. So ist die Geschichte zuckersüß, aber nicht nervig, wie es bei Liebesgeschichten oft der Fall ist.

Die Handlung beginnt mit einem Brief Julias an Stephan, bevor die eigentliche Geschichte beginnt. Der Brief ist in einer sehr poetischen Sprache geschrieben, welche auf den ersten paar Seiten gefällt, jedoch ist der Prolog ziemlich lang, und irgendwann fragt man sich dann doch, wann es endlich richtig losgeht. Ein bisschen weniger wäre wohl mehr gewesen.

Auch gibt es vereinzelt Textstellen, die sehr lang gezogen und detailliert sind. Für Leser, die sich nicht so unbedingt mit Reiten auskennen, ist das Kapitel über eine Reitstunde sehr langatmig, weil man einige Teile nicht wirklich versteht. Auch hat mich das Rezept für Spaghetti Bolognese mittendrin mehr als verwirrt.

Sehr, sehr schön fand ich dagegen, dass die Protagonisten normal sind. Stephan hat kein Six-Pack, stattdessen wird sein kleines Bäuchlein hervorgehoben, auch Julia ist keine klassische Schönheit, wie man sie in Modemagazinen findet. Das finde ich wirklich toll zur Abwechslung, haben die meisten Protagonoisten von Liebesromanen doch meistens eher Modelmaße. 

Versprich mir einen Kuss ist der Auftakt einer Trilogie. Anhand des Endes ist klar, dass die Geschichte von Julia und Stephan noch nicht zuende erzählt worden ist. Ich bin gespannt, wie es mit den beiden weitergeht, jetzt wo sie zueinander gefunden haben. Wird ihnen das Schicksal wieder einen Strich durch die Rechnung machen?

Kommentare:

  1. Sehr schön hast du beschrieben, wie dir das Buch gefallen hat.
    Wenn ich mal weniger bücher hier liegen habe, werde ich das buch auch noch lesen.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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    1. Dann wünsche ich dir ganz viel Spaß dabei. Ein Vorteil ist, dass es auch nur knapp 200 Seiten hat, also sehr gut für zwischendurch ist.

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  2. Und noch ein Buch, das auf meiner Wuli Einzug erhält ;-)
    Und für dich eine neue Leserin (auch wenns meiner Wuli nicht gut tut ;-) )

    Liebe Grüße Janina

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