Donnerstag, 3. Juli 2014

Joseph Wambaugh: Tod im Zwiebelfeld



Bei einer nächtlichen Kontrollfahrt sichten Ian und Karl, Streifenpolizisten aus Los Angeles, einen verdächtigen Wagen, dessen hinteres Nummernschild nicht beleuchtet ist. So treffen sie auf Greg, einen durchgeknallten Kriminellen, und seinen Komplizen Jimmy. Es kommt zu einem Mord ...
Eine erschreckend wahre Geschichte über zwei Junge Polizisten, von denen nur einer jene tragische Nacht in L.A. überlebt hat.

Wer hätte sich vorstellen können, dass der Tod im Zwiebelfeld solch weitreichende Konsequenzen haben würde? Nachdem ein Polizist brutal ermordet und der andere verfolgt wurde und nun stark traumatisiert ist, beginnt ein langwieriger Prozess um die beiden Mörder, welche oftmals mehr Glück als Verstand haben.



Lange Zeit habe ich einen großen Bogen um dieses Buch in meinem SUB gemacht, weil mich der Titel so gar nicht gereizt, wenn nicht gar abgeschreckt hat. Doch davon sollte man sich auf keinen täuschen lassen.

Dass Gerichtsverfahren oft zur Haarspalterei wird, zeigt der Roman eindrucksvoll. Einfache und auf dem ersten Blick unbedeutende Fehler führen zu noch größeren Prozessen, die kein Ende mehr nehmen wollen. Der Mord im Zwiebelfeld ist tatsächlich geschehen, und auch das Gerichtsverfahren ist so oder so ähnlich abgelaufen.
So werden Gerichtsszenen lange und langwierig beschrieben, was der Realität zwar entspricht, beim Lesen aber echt zäh wird. Deshalb fand ich die Gerichtsszenen irgendwann etwas langweilig, weil sie mir zu detailliert beschrieben waren. Einem anderen mag genau das gefallen. Wozu gibt es sonst Justizthriller á la John Grisham? Ich habe hier für mich erkannt, dass es nicht so ganz mein Genre ist.

Wirklich gut gefallen hat mir der Anfang. Wambaugh beginnt recht langsam. So werden zuerst die bisherigen Lebensetappen der vier Hauptpersonen genauer beleuchtet. Das unterfüttert sehr gut ihre späteren Handlungen und ist sehr interessant geschrieben. Mir ist kaum aufgefallen, dass ich schon 200 Seiten gelesen hatte, bis es dann mit der eigentlichen Handlung wirklich voran geht.
Wambaugh versteht es, spannend zu schreiben und dabei nicht zu viel Action reinzupacken - genau das richtige Maß.

Für Justizthriller sicherlich ein Hit, für mich als Neuling in dem Genre sicherlich auch super, aber leider nicht so ganz mein Ding.

Ein paar Worte noch zur Ausgabe: Es handelt sich um eine Neuübersetzung von dem ursprünglich 1973 erschienenen Roman. Leider gab es da noch einige Rechtschreibfehler, die den Redefluss ziemlich gestört hat. Normalerweise kann ich darüber hinweg sehen, aber wenn es Buchstabendreher in den Namen gibt, ist das schon echt bitter.

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