Dienstag, 8. Juli 2014

Celeste Ealain: Die verschollene Rasse Mensch




Die Menschheit versucht, alles zu verstehen und zu analysieren, sich ständig weiterzuentwickeln und jegliche Geheimnisse des Lebens zu ergründen. Währenddessen sterben Pflanzen und Tiere aus, und sämtliche Versuche, sie zu retten, schlagen fehl.
Was, wenn ich Ihnen nun erzähle, dass es Rassen gibt, die noch unentdeckt sind? Und dies bereits seit Tausenden von Jahren? Doch ich muss Sie warnen, diese Rasse will sich nicht entdecken und analysieren lassen ... Wenn Sie dieses Buch lesen, werden auch Sie das todbringende Tabu gebrochen haben ... Sind Sie bereit dafür, diese Bürde zu tragen?

 
Als die 27-jährige Journalistin Linnéa von einer Ansammlung an Frauen auf einer bisher als einsam eingestuften Insel erfährt, ahnt sie noch nicht, dass dies die wahrscheinlich bahnbrechendste Entdeckung der gesamten Menschheitsgeschichte sein würde. 




Linnéa ist eine ehrgeizige Journalistin, welche auf ihren ersten großen Bericht hofft, um in die Hall of Fame der Journalisten aufgenommen zu werden. Als sie mit der Koryphäe Miles Finham einen Auftrag annimmt und mit ihm auf eine verlassene Insel fliegt, weiß sie noch nicht, dass auf sie ein viel größeres Abenteuer wartet, als gedacht. Schafft sie es, sich der neuen Situation anzupassen? Und kann sie die Schatten der Vergangenheit unbeschadet hinter sich lassen?

Nachdem ich von Enujaptas Fluch sehr begeistert gewesen bin, habe ich mich sehr auf den nächsten Roman von Celeste Ealain gefreut.
Ihre Erzählung führt den Leser dieses Mal nicht in den Weltraum, sondern stattdessen in die Tiefen des Meeres. Sie hat eine neue Rasse erschaffen, welche ihre ganz eigene Geschichte und Traditionen hat. Besonders gefallen hat mir daran, dass die phantastischen Wesen nicht unbedingt welche sind, die man schon 1000 Mal gesehen/gelesen hat, sondern etwas Neues darbieten. Ein paar "Eigenschaften" fand ich zwar nicht ganz nachvollziehbar, aber insgesamt handelt es sich doch um eine sehr interessante, neue Art von Phantasiewesen.

Linnéa ist die Hauptfigur des Romans; aus ihrer Sicht erfahren wir einen Großteil der Handlung. Anfangs handelt es sich bei ihr um eine labile Frau, welche es nicht schafft, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Ihre Reise nach Manui bietet für sie die Möglichkeit, einmal ganz neu anzufangen. Das gelingt ihr auch mehr oder weniger. Sie wird Herrin ihrer selbst und schafft es, sich gegen anderen durchzusetzen. Nichtsdestotrotz konnte ich mich bis zum Ende nicht so ganz mit ihr anfreunden - zu schwach fand ich sie am Anfang.

Idris ist unser zweiter Protagonist und gehört der neuen Rasse an. Mit seinen anderen Ansichten, die sein Leben mit sich bringen, habe ich ihn direkt ins Herz geschlossen. Im Dialog mit der menschlichen Welt und den menschlichen Bräuchen habe ich ihn nur noch lieber gewonnen.

Annikas Rolle bleibt bis kurz vor Schluss ungeklärt. Sie ist eine erfolgreiche Wissenschaftlerin, welche im Auftrag einer vermummten Gestalt die Meereswesen untersucht und versucht, ihre Physis und ihre Genetik genauer zu erkunden. Wird sie zur Gefahr der Aqua'lus?

 Die verschollene Rasse Mensch vereint mehrere Genres in sich. Von Fantasy über Thriller bis Abenteuer ist so ziemlich für jeden etwas mit dabei. Ich finde, hier ist eine gute Mischung gelungen, sodass man den Roman recht flüssig lesen kann. Nur das Ende ist mir etwas zu lang geraten.

Insgesamt kann ich sagen, dass mich auch der für mich zweite Roman von Ealain überzeugen konnte, ich ihn aber doch schwächer als den Debutroman finde.

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