Samstag, 19. Juli 2014

C. S. Vanek: Pariser Lektionen



Pflichtbewußt teilten sich ihre Lippen. Sie hatte keine Lust gehabt, irgend etwas mit ihm zu machen, nicht in diesem Augenblick, und trotzdem fühlte sie sich von einer seltsamen Sicherheit durchdrungen, als sie jetzt sein heißes Fleisch in ihrem Mund spürte. 

Sonia ist mehr als glücklich, als der attraktive George sie aus den Fängen ihrer Mutter befreit, welche eine religiöse Fanatikerin ist und ihre Tochter gerne mit der Peitsche züchtigt. Schon sehr kurz nach der überstürzten Hochzeit bemerkt Sonia, dass George ein viel größeres Interesse an den Auspeitschungen zeigt, als er sollte. Sie beginnt einen inneren Kampf: Kann sie es schaffen, sich von ihrem Peiniger zu lösen, ohne Geld und eine Zukunft?



Alles in allem habe ich das Buch eher ungerne gelesen. Dafür gab es mehrere Gründe.
Sonia bietet für mich Null Identifikationspotential. Figuren müssen nicht unglaublich nett sein, damit man sie mag, aber Sonia ging für mich gar nicht klar. Sie ist eine überaus schwache Persönlichkeit, die ihren Kopf grundsätzlich erst später benutzt und sich selber die ganze Zeit widerspricht. So fragt man sich als Leser schon von Anfang an, warum sie nicht stutzig wird, wenn George nach einem Date ihren Schreien bei der Auspeitschung durch die Mutter zuhört.
Ihre Beziehung hat überhaupt nichts mit Liebe oder Zuneigung zu tun. Sonia lässt sich von ihm mitziehen und wundert sich später plötzlich, dass er nicht das ist, was sie sich gewünscht hat.
Sie gibt sich seinen Erniedrigungen hin und gibt vor ihm immer die folgsame Ehefrau. Sie hat Angst, prüde zu wirken, und macht deswegen alles, was er von ihr verlangt. Klar, dass das irgendwann eskalieren muss.

Was die Erotik angeht, so gibt es da nichts, was ich gerne gelesen habe. Natursekt ist etwas, das für mich einfach nicht sein muss. Der Sex wird hier meistens als etwas Mechanisches beschrieben, was George durch seine vulgären Worte noch weiter untermalt.

Mit am schlimmsten fand ich aber die Rechtschreibfehler im E-Book. Ich denke, der gesamte Text wurde von der Print-Ausgabe abgeschrieben (Das Buch ist bereits 1970 erschienen), und es hat wohl niemand für nötig gehalten, zwischendurch noch einmal drüberzulesen. Der Text ist voller Buchstabendreher und Tippfehlern, die es teilweise unmöglich machen, das ursprüngliche Wort zu entziffern. Zwar war das E-Book umsonst, trotzdem erwarte ich, dass man wenigstens solche offensichtlichen Fehler ausmerzt.

Tja, am Ende bleibt mir also zu sagen, dass das Buch nicht wirklich zu empfehlen ist. Ich habe mich größtenteils über die Naivetät der Protagonistin aufgeregt und war im Grunde genommen froh, als das Buch dann endlich doch zu ende war.

Ach ja, das Cover hat ziemlich wenig bis gar nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun.

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