Samstag, 31. Mai 2014

John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter



"Krebsbücher sind doof", sagt Hazel zu Beginn der Geschichte. Doch genau das ist dieser Roman nicht. Vielmehr ist er eine intensive Reflexion über die großen Fragen des Lebens und Sterbens, ein verführerischer Liebesroman und eine zu Herzen gehende Komödie.
Die 16-jährige Hazel spielt darin sie Hauptrolle. Sie weiß, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, weil sie Krebs hat. Aber sie will deshalb nicht bemitleidet werden. Lieber vermeidet sie Freundschaften. Bis sie in einer Selbsthilfegruppe auf Augustus trifft. Gus ist intelligent, witzig, umwerfend schlagfertig und er geht offensiv mit seinem Schicksal um: Selbst in düsteren Momenten bringt er die Gruppe zum Lachen.
Trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit - Hazel und Gus verlieben sich ineinander. Sie diskutieren Bücher, hören Musik, gucken Filme und erörtern die Ungerechtigkeit einer Evolution, die Mutationen wie sie zulässt. Als Hazel Gus anvertraut, dass ihr größter Wunsch ist, den Autor ihres absoluten Lieblingsbuches kennenzulernen, macht Gus ihren Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam. Vor ihrem unvermeidlichen Ende wissen sie, dass sich die Liebe unter allen Umständen lohnt, und dass sie das Leben bis zum letzten Tag feiern wollen.



Hazel ist ein Mädchen, welches sich mit ihrer Krebserkrankung abgefunen hat. Sie weiß, dass ihe Tage gezählt sind, und deswegen lässt sie sich ungern auf neue Freundschaften ein. Sie möchte mit ihrem bevorstehenden Tod so wenig Menschen wie möglich in die Traurigkeit stürzen. Das gelingt ihr so weit ganz gut, wenn Augustus in der Selbsthilfegruppe auftaucht. Er ignoriert ihre Bitten, sie in Ruhe zu lassen; er ist bereit, das Risiko einzugehen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Beziehung, welche zuckersüß und zugleich bitterernst ist.

Ich habe das Buch als einen sehr großen Schatz erfahren, den ich überhaupt nicht mehr missen möchte. Ich habe ein eher deprimierendes Buch erwartet, so etwas ist man ja von Krebsbüchern/-geschichten gewöhnt. Hazel erzählt ihre Geschichte allerdings sehr selbstironisch, ohne dabei ins Lächerliche abzurutschen. Das macht die Erzählung sehr witzig, doch der Hintergrund der Krankheit bleibt dabei immer mit erhalten. Auch der Leser weiß, dass es nicht gut enden kann. Dennoch begibt er sich auf eine spannende Reise mit den beiden und lernt, dass Krebs nur eine Nebenwirkung des Todes ist. Wir alle müssen irgendwann sterben. Manche früher, manche später.

Beim Lesen des Romans habe ich mir schon auf Seite 20 vorgenommen, dass Buch nicht allzu viel später direkt noch einmal zu lesen, so früh hat es mich schon komplett eingenommen. Sowohl sprachlich als auch inhaltlich kann das Buch den Leser auf ganzer Linie fesseln.

Im Juni kommt die gleichnamige Verfilmung raus. Den Trailer finde ich schon super, und von Previews habe ich nur Gutes gehört. Man darf also gespannt sein:


Kommentare:

  1. Ave,
    genau wie du habe ich das Buch wirklich genossen, der Trailer hatte allerdings eine komplett andere Wirkung auf mich. Und ich glaube, ich werde (allein schon aufgrund des Trailers) die Verfilmung auch weiterhin meiden. Ich fürchte, dass mir dadurch das Buch einfach kaputt gemacht werden würde.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

    AntwortenLöschen
  2. Zur Verfilmung habe ich auch eine Rezi geschrieben, falls sie dich interessiert:
    http://buecheraxt.blogspot.de/2014/06/film-das-schicksal-ist-ein-mieser.html

    Als ich letztens versucht habe, den Film noch einmal zu schauen, fand ich ihn plötzlich nicht mehr ganz so toll, weil ich finde, dass die Dialoge tatsächlich ausgesprochen und nicht nur gelesen, etwas hochgestochen und gekünstelt klingen.

    AntwortenLöschen