Freitag, 21. März 2014

H. G. Wells: The Time Machine

The Time Machine - ein zeitloser Klassiker
Ein nicht genauer beschriebener Ich-Erzähler befindet sich in der Gesellschaft seiner Freunde, als einer von ihnen, "let's call him time traveller", von einer Maschine erzählt, welche er gebaut hat und mit welcher man angeblich durch die Zeit reisen kann. Anfangs glaubt ihm niemand, doch kurze Zeit taucht er völlig zerzaust und verdreckt auf und erzählt die wundersame Geschichte des goldenen Zeitalters. Er ist mehrere tausend Jahre in die Zukunft gereist und hat dort die Völker der Eloi und der Molochs kennen gelernt. Entsetzt stellt er fest, dass sich die Zivilisation stark zurückentwickelt hat, und er stellt Untersuchungen darüber an, wie das passieren konnte. Den wahren Grund findet er nicht heraus, doch steht für ihn schnell fest, dass er dort wieder weg muss, was sich als gar nicht so einfach erweist.



Der Großteil der Erzählung ist der Erzählerbericht des Zeitreisenden. Viele Dinge werden breit und lang geschildert; zum Beispiel die Zeitmaschine (wobei niemals gesagt wird, wie genau sie funktioniert), andere Dinge werden eher angedeutet, so die Annäherungen zwischen dem Zeitreisenden und den Eloi. Es gibt innerhalb seiner Schilderung keine Dialoge (was auch der sprachlichen Differenzen geschuldet ist). So mag diese Tatsache für einige etwas langweilig erscheinen. Ich dagegen fand die Erzählung einfach nur sehr entspannend und gleichzeitig anregend. Als Rezipient fragt man sich, wo unsere Welt jetzt steht - gibt es eine Steigerung, oder werden wir uns ebenso wie die Eloi wieder zurück entwickeln? Gibt es eine Möglichkeit, den Verfall aufzuhalten, oder sind wir zu einem Leben in Gefangenschaft verdammt?

Der Roman stellt solche Fragen und lässt sie unbeantwortet. das hat für mich mit den größten Reiz beim Lesen ausgemacht. Mit der Zeitreise ist eines der großen Geheimnisse verbunden: Was wird aus uns mal werden? Hier wird eine Möglichkeit geboten, die gar nicht so rosig aussieht, sodass man Schlüsse auf seine Gegenwart schließen kann.

Durch den Erzählstil, der Wahrheit suggeriert, entfaltet der Roman eine tolle Wirkung. Als Leser hängt man genau so an den Lippen des Zeitreisenden wie die übrigen anwesenden Freunden.
Es ist also tatsächlich ein Roman, der sich unglaublich lohnt.

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