Samstag, 1. März 2014

Dieter Kartschoke (Hrsg.): Das Rolandslied des Pfaffen Konrad



Das um 1170 entstandene Rolandslied erzählt die Geschichte von Karls des Großen Neffen, der beim Abzug des fränkischen Heeres aus Spanien die Nachhut befehlight und als Opfer eines Verrats im Kampf gegen die Sarazenen getötet wird. Das monumentale Epos, eine Adaption der berühmten altfranzösischen Chanson de Roland, wird hier in einem neuen kritischen Text und mit einem umfangreichen Kommentar vorgelegt.



Die Heiden in Spanien sind nach 7 Jahren der Belagerung durch Karl den Großen schwach. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als ein Ende des Krieges, doch aufgeben wollen sie nicht. Sie hecken also einen Plan aus, welcher von unerwarteter Seite unterstützt wird. So reitet Roland mit seinem Heer in sein Verderben, doch nimmt er dabei so viele Heiden mit, wie er kann. Ein schrecklicher Kampf entbrandet, und die Hoffnung der Christen auf einen Sieg ist gering.

Pfaffe Konrad hat seine Fassung des Rolandsliedes, so sagt er, lediglich übersetzt und nichts Neues hinzugefügt. Dass das Werk dann aber mehr als doppelt so lang wie das Original ist, widerspricht der Aussage ziemlich.
Inhaltlich wurde gar nicht so viel schrecklich Neues hinzugefügt, stattdessen gibt es eine starke Akzentverschiebung. Die Christen werden hier in den Himmel gehoben; ihr Tod wird zum Martyrium, sodass der Tod gar nicht mehr so schlimm klingt. Gleichzeitig sind die Heiden noch ein wenig böser, wilder und gottloser. Die Aussage des Werkes wird also besonders klar, im altfranzösischen Original wurde das noch etwas subtiler gehandhabt.

In dieser Reclamausgabe gibt es wieder einen stattlichen Anhang mit Stellenkommentar, Bibliographien, Berichten zur Editionsgeschichte und einem Nachwort. Dieser Anhang bietet einen guten Zugang zur Thematik des Rolandsliedes, ohne für Laien zu kompliziert geschrieben worden zu sein.

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