Donnerstag, 20. Februar 2014

Peter V. Brett: Das Flüstern der Nacht (Dämonen-Zyklus 2)



Furcht regiert in der Dunkelheit ...
... denn mit Einbruch der Dämmerung steigen Dämonen aus den finsteren Nebeln der Erde auf und machen Jagd auf alle Lebewesen. Die einzige Zuflucht bieten magische Siegel, hinter denen sich die Menschen des Nachts verstecken, und die Hoffnung auf einen verheißenden Retter der Menschheit.
Als die Städte des Nordens von einer gewaltigen Armee von Wüstenkriegern überrollt werden, angeführt von Jardir, dem selbsternannten Erlöser, scheint alle Hoffnung verloren. Doch Jardir ist nicht der Einzige, der um die verschollen geglaubten Kampfsiegel weiß: Arlen, der Tätowierte Mann, hat mit ihm noch eine tödliche Rechnung offen ...
Mit Das Flüstern der Nacht setzt Peter V. Brett sein großes Epos Das Lied der Dunkelheit fort und entführt seine Leserinnen und Leser in eine Welt voller Magie und Abentuer. Er erzählt von zwei Männern, die beide für die Freiheit kämpfen - und deshalb zu Todfeinden geworden sind. Eine bewegende Geschichte über Macht, Magie und Hoffnung im Dunkel der Nacht ...



Die Fortsetzung vom Lied der Dunkelheit beginnt mit der Geschichte der Krasianer. Erzählt wird aus der Sicht Jardirs, der seine Ausbildung zum Kämpfer gegen die Dämonen antritt und sich schließlich zum Erlöser aufschwingt. Sein Ziel ist es, alle Menschen unter seine Herrschaft zu bringen, um gemeinsam gegen die Dämonen zu kämpfen. Dass die Menschen auf den Raubzügen seiner Truppen ausgeraubt und getötet werden, stört ihn eher weniger, denn Nicht-Krasianer sind kaum etwas wert.
Im Tal der Holzfäller, nun Tal des Erlösers, wappnet man sich für den Kampf gegen die Krasianer. Überrascht sind alle, als Jardir das Tal in Frieden besucht und auch noch Leesha heiraten will. Sind die Krasianer doch keine Barbaren, oder verfolgen sie einen eigenen perfiden Plan?
Den Horclingen entgeht nicht, dass die Menschen lernen, sich gegen sie zu wehren. Sie fürchten Jardir und Arlen, die beiden Erlöser, und wappnen sich für den finalen Kampf.

Der Roman geht überraschen mit der Erzählung aus der Perspektive von einer Figur los, welche im ersten Band nur marginal vorgekommen ist: Jardir. Das mag anfangs zwar ganz spannend klingen, Jardirs Geschichte hat allerdings 300 Seiten gedauert. Erst dann ging es in wechselnden Perspektiven mit den anderen Protagonisten weiter. Für Leute wie mich, die sich wahnsinnig auf die Fortsetzung gefreut und sich gefragt haben, wie es um Arlen und co. weitergeht, hieß es also erst einmal warten.
Kehrt die Handlung endlich zu den restlichen, bekannten Figuren zurück, verliert die Erzählung stark an Tempo. Alles wird in äußerster Detailliertheit beschrieben, wobei anderes gleichzeitig unerwähnt bleibt. So kann ich mir beispielsweise die Horclinge, welche Rippen, Hirne usw. haben, also etwas Menschliches zu haben, nicht wirklich vorstellen. Bei den häufig geschilderten Kämpfen ist das dann natürlich bitter. Die Handlung des Romans ließe sich in zwei, drei Sätzen zusammenfassen, so wenig Wichtiges passiert tatsächlich. Alles ist sehr kleinschrittig gehalten und deswegen sehr lang.

Eine Sache in diesem Band ist mir sehr negativ aufgefallen: Sex. Nicht die Schilderung davon, das hält sich in Grenzen, nein, Sex ist grundsätzlich ein Thema und für die meisten Figuren Grundmotivation. Immer geht es darum, Frauen zu verheiraten, den Harem zu vergrößern oder massenweise Frauen zu vergewaltigen. Ja, die Welt ist hart, aber nach der x.ten Vergewaltigung habe selbst ich genug. Die eigentlichen Problematiken, der Kampf gegen die Horclinge, die Unterdrückung der Menschen durch die Krasianer, werden in den Hintergrund gedrängt, weil jeder mit jedem schlafen will, das aber aus unterschiedlichen Gründen nicht klappt oder manchmal doch. Das war einfach sehr nervig, und ich hoffe, dass sich das im nächsten Band ein wenig in Grenzen hält.

Außerdem hätte ich mir ein kleines, krasianisches Wörterbuch im Anhang gewünscht. Vor allem am Anfang waren die krasianischen Begriffe sehr verwirrend, und ich blicke immer noch nicht ganz durch.

Insgesamt gesehen betrachte ich die Fortsetzung als eher durchschnittlich (nachdem ich den ersten Band super fand!). Der Roman verliert sich in Nichtigkeiten und Liebesgeschichten, sodass der Blick auf das Ziel verloren geht. Hätte man ein wenig davon rausgestrichen, hätte man sicherlich 200-300 Seiten sparen können.

Ich bin zwar gespannt, wie es mit den Flammen der Dämmerung weitergeht, bezweifle aber gleichzeitig, dass sich die Probleme, die ich mit diesem Teil hatte, nicht lösen werden.

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