Montag, 10. Februar 2014

Nick Hornby: How to be Good



Die Ärztin Katie hat alles, was sie sich wünschen kann: einen tollen Job, gesunde Kinder und einen erfolgreichen Mann. Super - auf den ersten Blick. Beim zweiten sieht's schon etwas anders aus. Und beim dritten stellt sie sich unweigerlich die Frage: Warum gibt es eigentlich für alles Gebrauchsanweisungen, nur nicht für das Leben?



Obwohl Katie glücklich sein sollte, ist sie es nicht. Weil sie von ihrem Mann nur noch genervt ist, fängt sie eine Affäre an und will die Scheidung. Ihr Mann David scheint damit zunächst einverstanden zu sein. Bis er wegen seiner Rückenschmerzen zum Heilpraktiker Dj GoodNews geht. Dieser heilt nicht nur Davids Rücken sondern auch seine nörgelnde und nervige Art. Jetzt muss doch alles besser werden, aber warum kommt sie mit diesem veränderten David, den sie sich so sehr gewünscht hat, noch viel weniger klar?

Der Roman stellt eine elementare Frage: Wann ist man ein guter Mensch? Wenn man eine gute Mutter ist? Wenn man eine Ärztin ist, die Kranke heilt? Wenn man wildfremde Menschen aufnimmt und sie bei sich leben lässt, auch wenn sie dich am Ende ausrauben? Wenn wir unser Bett aufgeben, weil es auf der Welt Menschen gibt, die kein weiches Bett zum schlafen haben?

How to be Good ist ein kein Roman, den man eben liest, dann weg legt und ganz schnell wieder vergisst. Diese Frage, die den gesamten Roman durchzieht, wird am Ende nicht beantwortet. Denn es zeigt sich, dass auch die Menschen, die das Beste versuchen, nicht immer die Welt besser machen können und dass nicht Jedem geholfen werden will. Dem Leser stellt sich also die Frage: Bin ich ein guter Mensch? Kann ich etwas an meinem Verhalten ändern, um anderen zu helfen?
DJ GoodNews zeigt ein paar Möglichkeiten auf, dies zu bewerkstelligen. Gleichzeitig sind die Möglichkeiten so abstrus und absurd, dass man sie nicht ernst nehmen kann. Wollen wir also nicht gut sein?

Besonders interessant an dem Buch fand ich die Sympathielenkung. Anfangs bin ich schlecht in die Erzählung rein gekommen, weil weder Katie noch David besonders sympathisch ist. GoodNews ist zu exzentrisch, und die Kinder sind zu klein, als dass man sich mit ihnen identifizieren kann. Katie hält sich für einen guten Menschen, weil sie bei ihrem Beruf als Ärztin Menschen hilft. Aber David und GoodNews beweisen, dass man noch viel mehr machen kann. Aber wo steckt die Grenze zwischen Möglichem und Wahnsinn?

Nick Hornby schreibt gewohnt komisch mit einer gesunden Note Bitterkeit. Das Lächeln erfriert oft beim Lesen, wenn man begreift, dass das alles eigentlich gar nicht so lustig ist, wenn man genauer darüber nachdenkt.

How to be Good ist also ein ganz besonderer Roman, welcher sicherlich nicht nur mir nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird.

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