Montag, 20. Januar 2014

Courtney Cole: If you leave. Für immer vereint (Beautifully Broken 2)

Madison führt seit dem Tod ihrer Eltern das kleine Familienrestaurant. Dieses in schwierigen Zeiten geöffnet zu halten, erfordert all ihre Zeit, daher spielen Männer in Madisons Zukunftsplanung keine Rolle. Doch dann tritt ein Mann in ihr Leben, der das verändert: Gabriel Vincent. Aber sowohl Madison als auch Gabriel haben in der der Vergangenheit schwierige Zeiten durchlebt, und sie müssen beide erst lernen, dass sie nur mit Hilfe des Anderen diese überwinden können.



Madison ist eine verantwortungsbewusste und vernünftige junge Frau. Doch für einen Abend will sie das vergessen und sich in einem Club auf einen One-Night-Stand mit Gabriel einlassen. Ein Autounfall auf dem Weg zu seinem Haus ändert alles. Denn Madison merkt sogleich, dass Gabe nicht immer der starke Typ ist, den er sonst ausstrahlt. Er weckt ihr Interesse, sodass sie sich ihm bald nicht mehr entziehen kann.

If you Leave ist der zweite Teil der Reihe Beautifully Broken. Nachdem mir der erste Teil schon nicht allzu sehr zugesagt hat, war ich sehr gespannt auf den Nachfolger. Der Anfang hatte mir bereits deutlich besser gefallen als in If you stay.
Wie es in dieser Reihe Standard ist, tragen die Protagonisten Ballast mit sich herum, den sie verstecken. In diesem Fall ist Gabe ein ehemaliger Ranger, der in Afghanistan mit seinem Trupp Schreckliches erlebt hat. Er weigert sich, professionelle Hilfe anzunehmen, weil er sich allein damit auseinandersetzen will - erfolglos.

Der Handlungsverlauf nach dem recht spannenden Anfang war langweilig und vorhersehbar. Ja, ich weiß, dass es sich hier um einen erotischen Roman handelt, bei dem man nicht zu tiefe Handlungsführung erwarten darf, aber selbst mit dieser niedrigen Erwartung war ich ziemlich enttäuscht. Nicht nur gab es keine Überraschungen, die Beziehung, Konflikte, Charakterentwicklung etc. folgten demselben Schema wie dem ersten Teil. Es war so redundant, dass man stellenweise einfach nur die Namen und die Haarfarben hätte austauschen können - schon hätte man die gleiche Geschichte gehabt.
Das war sehr enttäuschend und schade. Denn das Thema Verarbeitung/Verdrängung von Kriegsgeschehen ist eigentlich sehr interessant, und man hätte daraus etwas sehr Großes machen können. Leider ist das nicht passiert.
Außerdem verlief die Entwicklung der Beziehung in meinen Augen recht schnell? Es gab einen sehr schmalen Grad zwischen: "Wir sind scharf aufeinander und wollen zwanglos miteinander schlafen" zu "Wir sind unsterblich ineinander verliebt und können keine Sekunde ohne den Anderen allein sein." In Kombination mit den blassen Charakteren wurden mir die Figuren egal. Ich habe kein Prickeln oder Aufregung gespürt, wenn die Madison und Gabriel zusammen aufgetreten sind (außer in den ersten Kapiteln). Ich bin der Handlung wie ein stiller Beobachter gefolgt, und das war's.

Die Figuren waren wie im Vorgänger ziemlich blass. Sie werden fast ausschließlich durch ihre Vergangenheit geprägt, andere Charaktereigenschaften gibt es leider nicht. Aus diesem Grunde hat mich die Liebesgeschichte nicht wirklich interessiert, und ich habe nur noch gelesen, damit ich das Buch fertig habe. Neugierig auf das Ende war ich icht, denn das war mir schon auf S. 50 bekannt.
Mir stellt sich eine Frage zu erotischen Romanen generell (ACHTUNG, SPOILER!): Warum müssen neuerdings alle Liebespaare heiraten und Kinder bekommen (meistens nach einer 2-monatigen Beziehung)? Reicht es nicht, dass sie glücklich zusammen sind und eine nette Zeit miteinander verbringen? Damit wird gegen Ende alles so auf Friede-Freude-Eierkuchen getrimmt, dass es extrem nervt und langweilt.

Demnächst erscheint von Courtney Cole ein weiterer Roman: Before we Fall. In diesem wird Jacey, die wir aus diesem Band kennen, zur Hauptperson. Ich empfinde leider keinen Drang, diese Reihe weiterzulesen, weil ich mir sehr sicher bin, dass es sich wieder nur um eine Namen- und Problemveränderung handeln wird.

Als Einzelband hätte mir If you Leave vielleicht noch mittelmäßig gefallen, als Fortsetzung verliert er aber leider, da er sich zu sehr am ersten Band orientiert.

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