Freitag, 3. Januar 2014

Carina Bartsch: Türkisgrüner Winter



Geschichten muss man nicht nur lesen, man muss sie spüren. Gut aussehend, charmant und mit einer Prise Arroganz raubt er Emely den letzten Nerv: Elyas, der Mann mit den türkisgrünen Augen. Besonders zu Halloween spukt er in ihrem Kopf herum. Doch was bezweckt er eigentlich mit seinen Avancen? Und wieso verhält er sich nach dem ersten langen Kuss mit einem Mal so abweisend? Nur gut, dass Emelys anonymer E-Mail-Freund Luca zu ihr hält. Das noch ausstehende Treffen mit Luca sorgt für ein mulmiges Gefühl. Dann verstummt auch er. Hat Emely alles falsch gemacht? Sehnsüchtig erwartet: Emely und Elyas are back!



Nach dem Camping-Ausflug, bei dem Emely endlich versprochen hat, Elyas gegenüber aufgeschlossener zu sein und zu versuchen, ihm zu vertrauen, wirkt er plötzlich ganz abwesend. Emely ist ratlos - hatte er (endlich) aufgegeben, sie mit aller Kraft für sich zu gewinnen? Emely ist selber über sich erstaunt, wie traurig sie das stimmt. Ihr Vollabsturz verändert alles und bringt einige Offenbarungen mit sich.

Türkisgrüner Winter steht seinem Vorgänger Kirschroter Sommer kaum in etwas nach. Doch leider gibt es da doch ein paar Dinge.


Die Handlung hat sich etwas gezogen. Vor allem das gefühlt 200-seitige Geständnis am Ende fand ich ziemlich unnötig, da der meiste Inhalt davon immer mal schon zwischendurch erzählt wurde. Auch so stagnierte die Handlung hin und wieder ein wenig. Gleichzeitig ist es zwischenzeitlich ein bisschen kitschig geworden, aber nicht so schlimm, dass es nicht noch erträglich wäre. ;)


Der Wortwitz, den ich im ersten Teil so geliebt hatte, war hier zwar vorhanden, war aber etwas seltener. Ich denke, die Autorin hat die besten Sprüche schon im ersten Teil verbraten, sodass nicht mehr allzu viel hierfür übrig war. Aber noch genug, um mich wieder einige Male zum lauten Lachen zu bringen.

Inhaltlich habe ich zu bemängeln, dass die Missverständnisschiene ein bisschen sehr ausgereizt wurde. Zwar glauben beide Protagonisten, dass sie sich einander überhaupt nicht verdienen, und zweifeln daher an den Gefühlen des Anderen, trotzdem hätte ein klärendes Gespräch schon sehr früh helfen können, um die Probleme beiseite zu schieben. Aber so wurde es dann viel dramatischer.

Ich sehe den zweiten Teil deutlich schwächer als den ersten, ihn aber immer noch unglaublich gut. Mit diesem Teil ist die Haupthandlung abgeschlossen; über Folgebände würde ich mich trotzdem freuen, weil ich das Gefühl habe, dass noch sehr viel erzählt werden kann. Ich hoffe, dass die Autorin sich noch einmal mit Elyas und Emely auseinandersetzt.

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