Freitag, 3. Januar 2014

Carina Bartsch: Kirschroter Sommer

Würdest du deiner ersten Liebe eine zweite Chance geben? Die erste Liebe vergisst man nicht. Niemand weiß das besser als Emely. Nach sieben Jahren trifft sie wieder auf Elyas, den Mann mit den leuchtend türkisgrünen Augen. Der Bruder ihrer besten Freundin hat ihr Leben schon einmal komplett durcheinander gebracht, und die Verletzung sitzt immer noch tief. Emely hasst ihn, aus tiefstem Herzen. Viel lieber lenkt sie ihre Aufmerksamkeit auf den anonymen E-Mail-Schreiber Luca, der mit seinen sensiblen und romantischen Nachrichten ihr Herz berührt. Aber kann man sich wirklich in einen Unbekannten verlieben?



Emely ist überglücklich, als ihre beste Freundin Alex von München nach Berlin zieht. Nach den drei getrennten Jahren haben sie einiges aufzuholen, doch leider nervt dabei Alex' Bruder Elyas, dem gegenüber Emely eine starke Abneigung hegt. Sie hatten eine gemeinsame Vergangenheit, in der alles schief gelaufen ist, und Emely hat daher keinerlei Interesse an seinen Annäherungsversuchen. Oder doch? Gleichzeitig erweicht ein anonymer E-Mail-Schreiber namens Luca ihr das Herz. Er ist so viel anders als Elyas, aber wie sehr kann sie Jemandem ohne Gesicht vertrauen?

Kirschroter Sommer hat mich völlig umgehauen und im Sturm erobert. Es ist nicht so sehr die Handlung, welche mich gepackt hat (die ist, wenn wir mal ehrlich sind, seeeeehr vorhersehbar), sondern vor allem der Witz dieses Romans. Ich glaube, ich habe noch nie einen Roman gelesen, bei dem ich so oft laut lachen musste. Die Wortgefechte zwischen Emely und Elyas sind einfach nur amüsant zu lesen und werden nie langweilig. Sie sind erfrischend und situationsgerecht. Ich fragte mich beim Lesen immer wieder, wie lange die Autorin an den Dialogen gefeilt hat, weil sie manchmal so spitzfindig waren.

Die Handlung ist, wie erwähnt, vorhersehbar und relativ einfach gestrickt. Es gibt ein paar nebensächliche Überraschungen, der Haupterzählstrang liegt aber ziemlich offen. Dass das große Geheimnis erst im zweiten Teil gelüftet wird, fand ich besonders amüsant, weil das definitiv kein Cliffhanger für mich war, und ich denke, dass es den meisten anderen genauso ging.

Besonders ans Herz gewachsen sind mir die Charaktere Elyas und Emely. Das, was da zwischen ihnen abläuft, erschien mir sehr echt. Sie beide fürchten sich, von dem anderen verletzt zu sein, sodass vor allem Emely immer wieder ein paar Schritte rückwärts macht. So ist das Tempo des Romans eher langsam, aber für mich war es genau das Richtige, um die Beziehung so genau wie möglich einzufangen. Ich fand sie absolut glaubwürdig, sodass ich mit ihnen durchweg mitgefiebert und ihnen das Beste gewünscht habe. Zwar kann man manche Reaktionen Emelys als Überreaktion abtun, doch ihr übertriebener Abwehrmechanismus wurde zur Genüge thematisiert, und deshalb war es angemessen.

Weil mich die Geschichte der beiden nicht mehr losgelassen hat, habe ich den Roman innerhalb eines Tages verschlungen und mit dem zweiten direkt das gleiche getan. Ich habe kaum etwas zu bemängeln: Die Liebesgeschichte ist nicht 08/15 und gewinnt vor allem durch die vielen Wortgefechte der Protagonisten. Einzig die Handlung ist ein bisschen hölzern und offensichtlich, aber da drücke ich gerne ein Auge zu.

Für mich ist Kirschroter Sommer ein Buch, welches man gerne noch ein zweites Mal lesen kann. Oder ein drittes oder viertes ...

Kommentare:

  1. Oh ja da stimme ich dir zu. Ich liiiebe dieses Buch! Und könnte es immer und immer wieder lesen.
    Liebe Grüße vom Kommentiermarathon,
    Fiorella

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  2. Eine sehr schöne Rezension und man bekommt richtig Lust auf das Buch :) Ich sollte es auch endlich mal lesen.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntagabend wünscht
    Diana

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