Dienstag, 24. Dezember 2013

Peter Stamm: Agnes


Im überhitzten Lesesaal der Public Library in Chicago wechseln sie die ersten Blicke, bei einem Kaffee die ersten Worte. Eines Tages fordert Agnes ihn auf, ein Porträt über sie zu schreiben, sie will wissen, was er von ihr hält. Schnell zeigt sich, dass Bilder und Wirklichkeit sich nicht entsprechen - und dass die Phantasie immer mehr Macht über ihre Liebesbeziehung erhält.



Agnes und der Ich-Erzähler lernen sich in einer Bibliothek kennen. Ihre Beziehung entspinnt sich ruhig; bald sind beide voneinander abhängig. Doch gleichzeitig haben sie beide ihren eigenen Kopf, welcher ihnen häufig im Weg steht.

Peter Stamm bedient sich einer Sprache, welche den Leser eins werden lässt mit den Figuren. Er schafft es, eine tolle Atmosphäre zu verbreiten, welche mit dem Inhalt korrespondiert. Die Sprache hat mich an der Stange gehalten, während es der Inhalt nicht wirklich getan hat. Es wird nur das wichtigste erzählt. Die wichtigsten Eckpunkte in der Beziehung werden erzählt, doch nicht mehr. So bleibt die Erzählung immer sehr nüchtern und distanziert, was nicht immer gefällt.

Liest man diesen Roman, wird man die Sprache genießen, aber über den Inhalt hinweg lesen müssen.

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