Freitag, 13. September 2013

Robin Theis: Freunde und andere Feinde




Die Strahlung nahm ihrer Welt auch den letzten Rest Liebenswürdigkeit. Es ist 2054; Alles außer die Gesichter dieser Menschen strahlt. Ob in „Sodom“ oder „Gomorrha“; Wohin diese armen Schweine flüchteten, sie konnten nicht finden, was ihnen die radioaktiven Strahlen weggerissen hatten. Wir wollen ihnen dabei helfen, ihnen zurück zu bringen, was sie verloren haben. Ihre und unsere Existenz wird erneut erstrahlen, in einer neuen, besseren Welt.



Präsentiert wird uns eine Welt, die kurz vor ihrem Ende steht. Nur noch zwei kleine Dörfer können sich am Leben halten, doch auch diesen droht der Untergang, denn Selbstsucht und Grausamkeit beherrschen die Gemüter der dort lebenden Menschen. Als sich ihnen die Maschinen zu erkennen geben, welche sich als ihre Schöpfer offenbaren, müssen sie an ihrer eigenen Existenz zweifeln. Wem oder was können sie noch vertrauen?

Das Grundgerüst des Romans hat mir sehr gut gefallen. Die letzten Städte der Welt "Sodom" und "Gomorrha" zu nennen, fand ich sehr nett, und auch die weiteren religiösen Konnotationen waren sehr interessant und amüsant. Leider wurde dies nicht unbedingt weiter ausgeführt. Die Handlung spielt in Sodom. Seppel macht sich auf den Weg nach Gomorrha, kommt dort aber nie an. Über die andere Stadt hätte ich gerne mehr erfahren, vor allem da angedeutet wird, dass das Gesellschaftssystem ein ganz anderes ist.

Ein weiteres Manko sind für mich die Charaktere, da ich sie allesamt unsympathisch fand. Ich konnte mich mit keinem auch nur ansatzweise identifizieren, sodass mir ihre Schicksale egal geworden sind. Und wenn so etwas passiert, geht einiges von der Spannung verloren. Die Maschinen fand ich noch am "menschlichsten" und deswegen spannend. Etwas schade.
Man hätte einiges mehr aus der Geschichte herausholen können, was leider nicht getan wurde. Die apokalyptische/dystopische Stimmung, die am Anfang schön entfaltet wurde, konnte leider nicht durchgängig aufrecht erhalten werden.

Sprachlich gesehen ist der Roman ganz gut geschrieben, nur leider ist er voller Rechtschreibfehler. Mindestens auf jeder zweiten Seite gab es falsch geschriebene Wörter, fehlende Kommas oder Tippfehler (spgar statt sogar). So etwas ist auf die Dauer einfach nicht schön.
Die Sprache ist teilweise sehr rau und vulgär, damit musste ich mich teilweise etwas anfreunden. Nicht, dass ich das noch nie irgendwo gelesen hätte, aber ich fand es teilweise ein wenig unpassend.

Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die sich zwischendurch überschneiden und am Ende alle zusammenfinden und zu einem recht schlüssigen Ende geführt werden. Trotzdem konnte mich das Ende nicht ganz überzeugen, weil (Achtung, SPOILER) Alle tot keine Lösung für mich ist.
Ferner kam mir der Roman teilweise ein bisschen wie eine Kurzgeschichte vor. Die Handlungsstränge waren sehr linear bzw. haben alle explizit auf das Ende verwiesen. Deswegen haben mir oft Beschreibungen und Hintergrundinformationen gefehlt. Mir schien es so, als wäre nur das Nötigste beschrieben worden, um die Grundgeschichte zu erzählen.

Man kann "Freunde und andere Feinde" gerne lesen, sollte sich aber darauf gefasst machen, dass die Geschichte nicht vollends ausgereift ist.

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