Sonntag, 14. Juli 2013

E. L. James - Shades of Grey

Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. So sehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht …
Shades of Grey, das Skandalbuch der letzten Jahre. Für mich nicht ganz so viel Skandal.

Die sexuell unerfahrene Ana trifft auf den attraktiven und geheimnisvollen Christian. Sie wird direkt in seinen Bann gezogen, ob sie es denn will oder nicht. Dann wird sie mit seinem Geheimnis vertraut gemacht: Von Blümchensex hält er nicht viel. Er steht auf Fesseln und Peitschen. Ana muss sich überlegen, ob sie seinen Lebensstil annehmen kann oder ob sie lieber weglaufen sollte, solange sie noch kann.

Präsentiert wird uns hier eine erstmal sehr platte Liebesgeschichte, die stark an Twilight erinnert. Klar, angefangen hatte Shades of Grey auch als Twilight-Fanfiction. Der Schreibstil ist oftmals sehr anstrengend, was hauptsächlich an den zahlreichen Wiederholungen von Beschreibungen liegt. Ana kaut auf ihrer Unterlippe herum oder wird rot, oder sie himmelt wie immer Christian an. Davon etwas weniger hätte dem Buch wohl einige Seiten erspart.
Gleichzeitig ist die Reihe aber auch gut zu lesen. Die Handlung ist sehr einfach gehalten, und deswegen braucht man wenig Anstrengung, um sich durch die Geschichte durchzubeißen.

Die Sexszenen wurden mit der Zeit auch immer repetetiver. Ich bin kein wirklicher Fan von Erotikromanen, aber wenn die Reihe schon so ein großer Skandal sein soll, hätte ich "schlimmeres" erwartet. Für mich ist die Geschichte nicht mehr als der gewöhnliche Erotikroman. Nach dem ersten Buch fand ich die Story schon sehr ausgelutscht. Zwar hat die Geschichte Christians interessiert und auch der Schlagabtausch zwischen den beiden war ganz nett zu lesen, aber es hätte locker auch etwas weniger sein sollen. Auch die Sexszenen wurden irgendwann zu übergreifend; die eigentliche Handlung wurde zeitweise überhaupt nicht mehr vorangetrieben.

Wenn man sich einfach nur berieseln lassen will, kann man Shades of Grey ruhig mal lesen, aber ich bin froh, dass ich mir die Bücher nur ausgeliehen habe. Geld will ich dafür nicht ausgeben!
Den Hype um die Bücher verstehe ich nicht. Die Liebesbeziehung zwischen den beiden ist zwar teilweise interessant wegen Christians angeknackstem Wesen, und wahrscheinlich finden viele Leser die dargestellten Sexpraktiken als interessant, insgesamt gesehen ist die Handlung jedoch sehr arm. Anas Liebe zu Christian ist meiner Meinung nach ungerechtfertigt, wenn man mal nüchtern über die Gesamtsituation nachdenkt. Eigentlich sollte sie nichts zu Christian hinziehen, außer die Liebe natürlich (hachja...).
Ich glaube, die Bücher sind so erfolgreich, weil die Mund-zu-Mund-Propaganda so groß war. Hörte man, worum es in den Büchern geht, wurde man neugierig gemacht. Aber diese Neugierde wurde in meinen Augen überhaupt nicht erfüllt. ein unbegründeter Hype!

Kommentare:

  1. Ich fand das Buch gut :-) Und so platt war die Storty nich. Es waren einige schöne Szenen drin :P

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    1. Je öfter ich mich an das Buch bzw. die Reihe zurückerinnere, desto schlimmer wird es :D Beim Lesen hats mir eigentlich recht viel Spaß gemacht, mittlerweile kann ich der Geschichte um Anastasia und Christian jedoch nur noch sehr, sehr wenig abgewinnen.

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  2. "dass ich mir die Bücher nur gelesen habe."

    Ich nehme mal stark an, dass das heißen soll, dass du sie geliehen hast, oder? ;)
    Wenn dem so ist, kann ich nur sagen, dass ich ebenso froh bin wie du, kein Geld dafür ausgeben zu müssen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

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    1. Ja genau, das werd ich mal ändern :P
      Das traurige ist, dass ich doch dafür Geld ausgeliehen habe. Meine Schwester wollte Teil 2 und 3 zu Weihnachten haben. Zum Glück konnte ich im Buchladen ganz laut sagen, dass sie bitte als Geschenk eingepackt werden sollen :P

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  3. Ave,
    diese Rezension könnte ich voll und ganz unterschreiben!
    Ich vermute, dass neben der Mund-zu-Mund-Propaganda (und dem späteren Medienrummel) auch gerade der an sich echt einfache Schreibstil einen großen Teil zum Erfolg beigetragen hat. Ich meine, man fliegt ja tatsächlich nur so über die Seiten, was gerade Leuten, die generell weniger Lesen, ein kleines Erfolgsgefühl gibt. Dieses Phänoment konnte ich z.B. bei meiner Mutter (die ich vorher nur ein einziges Buch habe freiwillig lesen sehen, soweit ich mich erinnern kann) feststellen. Aber etwas Positives hat Shades of Grey dann doch: Meine Mutter (und vielleicht auch mehr Nicht-Leser) traut sich nun, ab und an mal ein Buch zu kaufen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

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