Mittwoch, 31. Juli 2013

George R. R. Martin: Planetenwanderer



Die Galaxis, in ferner Zukunft. Sternensystem um Sternensystem wurde besiedelt, und in den Weiten des Alls ist die Zivilisation der Erde nur noch ein Mythos. Wäre da nicht Haviland Tuf, der als interplanetarer Problemlöser furchtlos durch den Weltraum reist. Bis er eines Tages vor eine schier unlösbare Aufgabe gestellt wird...

Eine Auswahl an Kurzgeschichten, die sich alle um den selbsternannten Ökoingenieur Haviland Tuf drehen.

Prolog: Eine Stimmaufzeichnung berichtet von einem Planeten, der alle paar Jahre von schrecklichen Seuchen heimgesucht wird. Diese gehen aus von dem Seuchenstern, und ein Entkommen ist unmöglich.

Der Seuchenstern: Einige Forscher und Söldner machen sich auf die Suche nach dem Seuchenstern. Denn sie vermuten dahinter keine große Krankheit, sondern ein altes Schiff der Ökoingenieure,welches in der Lage ist, sämtliches Leben zu klonen. Sie heuern Haviland Tuf, einen Händler dazu an, sie mit seinem Handelsschiff zu der Arche zu bringen. Schon bald kommt es zur Meuterei, denn der Besitz des Saatgutschiffes bedeutet grenzenlose Macht.

Brot und Fische: Tuf reist mit der Arche nach S'uthlam, einem Planeten, der ünter einem stark ansteigenden Bevölkerungswachstum leidet sowie einer androhenden Hungersnot. Haviland gerät in Kontakt mit Tolly Mune, der Hafenmeisterin, und gemeinsam suchen sie nach einer Lösung. Doch die S'uthlamesen geben sich mit einer bloßen Lösung des Problems nicht zufrieden. Sie wollen das ganze Schiff.

Wächter: Auf einem anderen Planeten sind kürzlich Tiere und Ungeheuer aufgetaucht, gegen die sich die Bewohner nicht mehr wehren können. Während die Bewohner nach einer schnellen Lösung und Gegenmaßnahme suchen, beschäftigen Haviland Tuf vielmehr die Hintergründe für das plötzliche Auftauchen.

Die zweite Speisung: Haviland kehrt zurück nach S'uthlam. Trotz seiner Hilfe haben sich die Probleme dort um ein Vielfaches verschlimmert, sodass er sich einer noch viel größeren Herausforderung stellen muss. Denn es ist nicht nur das Ökosystem, welches verändert werden muss, sondern allem Voran die Mentalität der Menschen.

Eine Bestie für Norn: Auf Lyronica kämpfen in den Arenenen Tiere gegeneinander und bestimmen das Leben der Bewohner dort. Das ärmste Haus, Norn, bittet Tuf um eine Bestie, die gegen alle anderen bestehen kann. Doch er bleibt nicht der einzige, der Tufs Hilfe beansprucht.

Nennt ihn Moses: In einer Kneipe wird Tuf von einem Mann angegriffen, der behauptet, er sei mit Moses verbündet. Es stellt sich heraus, dass Moses Plagen über den Planeten Charity bringt. Ein weiterer Ökoingenieur? Tuf geht der Sache auf den Grund.

Manna vom Himmel: Ein letztes Mal reist Tuf nach S'uthram und wieder haben sich die Verhältnisse verschlechtert. Zu der Nahrungsknappheit kommt nun auch noch ein Krieg mit benachbarten Planeten hinzu. Er muss sich schnell eine Lösung überlegen, damit er nicht ins Kreuzfeuer der verfeindeten Planeten gerät.

Die Erzählungen umfassen eine Zeit von ca. 10 Jahren und werden durch Haviland Tuf verknüpft. Trotzdem fiel es mir schwer, mit dem Buch warm zu werden.
Dies liegt wohl vor allem daran, dass Tuf eine relativ emotionslose Person ist. Zwar ist er auf seine Weise witzig, doch gleichzeitig scheint er unnahbar und fast unmenschlich zu sein, sodass eine Identifizierung nur schwer erfolgt. Die Episoden reichen auch nicht aus, mit den anderen Personen zu sympathisieren, da sie regelmäßig gewechselt werden und es nur wenige gibt, die häufiger auftreten.

Martin kenne ich von der "Song of Ice and Fire" Reihe, welche ich viele Male besser finde. Nichtsdestotrotz bildet "Planetenwanderer" ein netter Zeitvertreib. Außerdem muss man die Geschichten meiner Meinung nach nicht unbedingt zusammenhängend lesen.


Dienstag, 16. Juli 2013

Kajsa Ingemarrson - Vermisse dich jetzt schon


Tom ist der perfekte Ehemann. In Rickard bin ich verliebt.

Annika ist verheiratet, hat zwei gesunde Kinder, einen stabilen Job und wird von ihrem Ehemann geliebt. Doch trotzdem ist sie nicht zufrieden. Für sie besteht jeder Tag aus derselben Routine, und sie fühlt sich wie eine leere Hülle. Dann trifft sie auf einen neuen Arbeitskollegen: Rickard. Er bringt sie dazu, sich wieder wie eine Frau zu fühlen. Sie bemerkt, dass sie mit ihrem Mann Tom nur noch aus Routine zusammen ist. Stattdessen lässt sie sich auf eine Liebesbeziehung mit Rickard ein. Es kommt, wie es kommen muss: Tom erfährt von der Affäre und stellt Annika ein Ultimatum: Er gibt ihr eine Woche Zeit, nachzudenken und sich zu entscheiden. Entweder für ihn oder für Rickard.

Annikas Depression bzw. Midlife-Crisis hat mir nicht so ganz eingeleuchtet. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht in ihrem Alter bin und deswegen einige Situationen nicht nachvollziehen kann. Auf jeden Fall liegt es aber auch an der Charakterzeichnung Annikas. Vor allem zu Anfang werden ihre Stimmungsschwankungen kaum erklärt, bzw. sind ungerechtfertigt, sodass man als Leser eher Mitleid mit den "Opfern" empfindet.
Aus diesem Grunde hat mich allerdings die Handlung nicht wirklich mitgerissen. Wie es ausging, war erstens absehbar und hat mich zweitens nur marginal interessiert.
Die Auflösung, vor allem im Hinblick auf Rickard, fand ich eher unlogisch. Das, was seinen Charakter anfangs ausgemacht hat, Selbstbewusstsein und Entschlossenheit, sind am Ende egal. Leichtfertig und kleinlaut nimmt er die Entscheidung Annikas hin und verschwindet wie ein loses Blatt im Wind.

Trotz allem kann das Buch unterhalten. Es gibt sowohl amüsante Passagen als auch traurige oder erschreckende. So wäre es schön gewesen, wenn Annika einfach noch etwas über ihre Einstellung und Taten reflektiert hätte, um sie so sympathischer zu machen. Das Buch ist definitiv lesbar, erwarten sollte man aber nicht zu viel.

Sonntag, 14. Juli 2013

E. L. James - Shades of Grey

Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. So sehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht …
Shades of Grey, das Skandalbuch der letzten Jahre. Für mich nicht ganz so viel Skandal.

Die sexuell unerfahrene Ana trifft auf den attraktiven und geheimnisvollen Christian. Sie wird direkt in seinen Bann gezogen, ob sie es denn will oder nicht. Dann wird sie mit seinem Geheimnis vertraut gemacht: Von Blümchensex hält er nicht viel. Er steht auf Fesseln und Peitschen. Ana muss sich überlegen, ob sie seinen Lebensstil annehmen kann oder ob sie lieber weglaufen sollte, solange sie noch kann.

Präsentiert wird uns hier eine erstmal sehr platte Liebesgeschichte, die stark an Twilight erinnert. Klar, angefangen hatte Shades of Grey auch als Twilight-Fanfiction. Der Schreibstil ist oftmals sehr anstrengend, was hauptsächlich an den zahlreichen Wiederholungen von Beschreibungen liegt. Ana kaut auf ihrer Unterlippe herum oder wird rot, oder sie himmelt wie immer Christian an. Davon etwas weniger hätte dem Buch wohl einige Seiten erspart.
Gleichzeitig ist die Reihe aber auch gut zu lesen. Die Handlung ist sehr einfach gehalten, und deswegen braucht man wenig Anstrengung, um sich durch die Geschichte durchzubeißen.

Die Sexszenen wurden mit der Zeit auch immer repetetiver. Ich bin kein wirklicher Fan von Erotikromanen, aber wenn die Reihe schon so ein großer Skandal sein soll, hätte ich "schlimmeres" erwartet. Für mich ist die Geschichte nicht mehr als der gewöhnliche Erotikroman. Nach dem ersten Buch fand ich die Story schon sehr ausgelutscht. Zwar hat die Geschichte Christians interessiert und auch der Schlagabtausch zwischen den beiden war ganz nett zu lesen, aber es hätte locker auch etwas weniger sein sollen. Auch die Sexszenen wurden irgendwann zu übergreifend; die eigentliche Handlung wurde zeitweise überhaupt nicht mehr vorangetrieben.

Wenn man sich einfach nur berieseln lassen will, kann man Shades of Grey ruhig mal lesen, aber ich bin froh, dass ich mir die Bücher nur ausgeliehen habe. Geld will ich dafür nicht ausgeben!
Den Hype um die Bücher verstehe ich nicht. Die Liebesbeziehung zwischen den beiden ist zwar teilweise interessant wegen Christians angeknackstem Wesen, und wahrscheinlich finden viele Leser die dargestellten Sexpraktiken als interessant, insgesamt gesehen ist die Handlung jedoch sehr arm. Anas Liebe zu Christian ist meiner Meinung nach ungerechtfertigt, wenn man mal nüchtern über die Gesamtsituation nachdenkt. Eigentlich sollte sie nichts zu Christian hinziehen, außer die Liebe natürlich (hachja...).
Ich glaube, die Bücher sind so erfolgreich, weil die Mund-zu-Mund-Propaganda so groß war. Hörte man, worum es in den Büchern geht, wurde man neugierig gemacht. Aber diese Neugierde wurde in meinen Augen überhaupt nicht erfüllt. ein unbegründeter Hype!

Samstag, 13. Juli 2013

Stephen King: Misery



Als der erfolgreiche Autor Paul Sheldon einen Autounfall hat und von Annie Wilkes gerettet wird, glaubt er anfangs an eine glückliche Fügung. Sie ist gelernte Krankenschwester und versorgt seine Wunden. Gleichzeitig ist sie ein begnadeter Fan seiner Misery-Bücher. Als sie erfährt, dass die Titelfigur darin im neusten Roman stirbt, ist sie davon gar nicht begeistert. Sie fordert von  Sheldon, dass er einen neuen Roman schreibt, in dem er Misery wieder auferstehen lässt. Fügt er sich nicht, fügt sie ihm Schmerzen zu.

Gegenüber Misery war ich anfangs etwas skeptisch. Mir fiel es schwer, mir vorzustellen, dass eine Geschichte, die sich größtenteils an ein und demselben Ort abspielt mit lediglich zwei Personen etwas langweilig sein könnte. Aber ich wurde vom absoluten Gegenteil überzeugt!

Durch die wenigen Schauplatzwechsel wirkt der Roman sehr dicht. Alles zentriert sich um die beiden Hauptfiguren Sheldon und Annie und deren Machtspielchen.

"Sie" ist Psychoterror vom feinsten, der keine Sekunde der Langeweile aufkommen lässt. King macht Annie Wilkes zu wahrscheinlich eine der schlimmsten Psychopathinnen, die es nur geben kann: Eiskalt und unberechenbar. Gleichzeitig ist das Buch ein Hommage ans Lesen und ans Schreiben. Es macht einfach Spaß, am Schreibprozess Sheldons teilzuhaben. Für jeden King Fan und für jene, die es werden wollen, ist "Sie" absolut zu empfehlen!

Donnerstag, 11. Juli 2013

Proud non-reader of books

Warum überrascht mich das nicht?


Cassandra Clare: Chroniken der Unterwelt




Gut aussehend, düster und sexy, das ist Jace. Verwirrt, verletzlich und vollkommen ahnungslos, so fühlt sich Clary, als sie in Jaces Welt hineingezogen wird, denn Jace ist kein normaler Junge. Er ist ein Dämonenjäger. Und als Clary von dunklen Kreaturen angegriffen wird, muss Clary schleunigst ein paar Antworten finden sonst wird die Geschichte ein tödliches Ende nehmen!

Clary hält sich für ein ganz normales Mädchen: sie hängt Tag für Tag mit ihrem besten Freund Simon ab und streitet sich regelmäßig mit ihrer Mutter über Freiheiten. All das ändert sich, als Clary einen Mord beobachtet und die einzige zu sein scheint, die die Mörder sehen kann. Bald stellt sich heraus, dass es Schattenjäger waren und sie einen Dämonen getötet werden. Doch warum kann Clary, ein ganz normales Mädchen, diese Wesen, die sonst für das menschliche Auge unsichtbar sind, sehen? Unweigerlich wird sie in die Welt der Schattenjäger hineingezogen und merkt bald, dass sie mit dem Dämonenjäger Jace mehr gemeinsam hat, als ihr lieb ist.

Der erste Teil der Trilogie ist ein gelungener Auftakt der Erzählung von einer Welt, die interessanter kaum sein könnte. Clare mangelt es nicht an Kreativität von Fabelwesen und spannenden Handlungssträngen. Dem Leser gibt sie kaum eine Minute zum Durchatmen; ein Ereignis jagt das nächste. Das ist natürlich sehr aufregend, auf die Dauer aber auch etwas anstrengend. Teilweise wünscht man sich eine kleine Atempause, in der man die Figuren näher kennenlernen kann, die so liebevoll von der Autorin gezeichnet wurden.
Clary ist ein sympathischer Charakter. Sie ist so unwissend wie der Leser, sodass man mit ihr gemeinsam diese neue Welt entdecken kann. Jace ist mysteriös und aus diesem Grunde unglaublich interessant. Er lässt schon früh durchblicken, dass seine Arroganz und sein Sarkasmus lediglich Mauern sind, die es gilt, zu durchbrechen, um dem echten Jace zu begegnen.
City of Bones endet mit einigen Twists, die ein sofortiges Weiterlesen verlangen.

City of Ashes steht dann seinem Vorgänger in nichts nach. In diesem Band erfährt der Leser die Geschehnisse nicht nur durch Clarys Augen, sondern auch durch die anderen Protagonisten wie Jace und Simon. Dadurch entsteht ein dichtes Handlungsgeflecht, welches einiges erklärt und neue Fragen aufwirft.

City of Glass bildet schließlich das vorläufige Ende der Trilogie. Erneut gibt es einige Twists, die den Leser immer aufs Neue überraschen und die Spannung aufrecht erhalten. Das einzige Manko an diesem Teil war für mich das Ende. Nachdem es ein so langes Hin und Her in Sachen Liebe gab, war das Ende für mich etwas unbefriedigend. Zwar hat sich alles aufgeklärt, aber ein bisschen mehr Kitsch hätte es ausnahmsweise ruhig mal sein können ;)

Insgesamt halte ich die Trilogie für sehr gelungen. Trotz einiger Makel wie dem wiederholten Annähern und Entfernen der Liebenden, was nach einiger Zeit wirklich sehr repetitiv war, macht die Reihe einfach unglaublichen Spaß. Ich habe die Bücher regelrecht verschlungen und in weniger als einer Woche durchgesuchtet.

Nun freue ich mich auf den Film, der im August im Kino erscheint.